Schönheitssalon Syndrom – Wenn der Gang zum Friseur zur Katastrophe führt


Schönheitssalon Syndrom

Bei einem Friseurbesuch gilt es, besonders auf seinen Nacken zu achten.*

Es mag eine seltsam anmutende Frage der behandelnden Ärzte sein, jedoch stellte sich bereits in einigen Fällen nach einem Schlaganfall die Frage, ob diesem zufällig unlängst ein Friseurbesuch voraus gegangen sei. Diese Frage ist nicht unbegründet, wie aus bestätigten Berichten über bisherige Vorkommnisse hervor geht. Es handelt sich bei dem sogenannten Schönheitssalon Syndrom um ein Phänomen, bei dem während der Kopfwäsche in den speziellen Waschbecken der Salons die Nackenarterien der Betroffenen soweit abgeklemmt wurden, dass bestimmte Hirnregionen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurden. In weiteren Fällen ist es vorgekommen, dass die betreffenden Arterien verschlossen oder sogar beschädigt wurden. Die verheerenden Folgen werden oft nicht sofort erkannt, können dadurch jedoch umso schlimmer enden da bei einem Schlaganfall die Zeit die wichtigste Rolle spielt. Je später er erkannt wird desto geringer ist die Chance, diesen möglichst glimpflich zu überleben.

Was wäre ein Szenario für das Schönheitssalon Syndrom?

Die besondere Gefahr liegt darin, dass in den speziellen Waschbecken der Friseursalons der Nacken häufig derart überstreckt wird, dass die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen und die Nackenarterien sogar verletzt werden können. Deshalb tatsächlich die oft gestellte Frage bei der Untersuchung eines potentiellen Schlaganfalls, ob sich die Symptome eventuell im Anschluss an einen Besuch im Schönheits- oder Friseursalon einstellten.

Im günstigen Fall wird die missliche Lage, in der sich die Kunden befinden, rechtzeitig erkannt und diese kommen mit einem Schwindelgefühl davon, jedoch ist hiervon nicht immer auszugehen. In vielen Situationen ist nicht sofort klar, was mit den Patienten passiert, häufig äußert sich die gefährliche Situation zunächst in Form von Übelkeit oder Kreislaufproblemen. Manche bemerkten erst Tage oder Wochen später die weiteren Anzeichen wie Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen, die in einigen Fällen sogar mit dem Tod endeten. Erschwerend kommt hinzu, dass im Rahmen einer Untersuchung von 160 bei jedem vierten untersuchten Patienten eine besonders schmal ausgeprägte Nackenarterie festgestellt wurde, was im Fall eines Teilverschlusses besonders schnell zu einer Unterbrechung der Blut- und damit der Sauerstoffzufuhr führen kann.

Wie kann man vorbeugen?

Viele Inhaber eines Schönheits- Friseursalons sind bereits informiert und haben ihre Angestellten instruiert, speziell auf die richtige Lage des Nackens der Kunden zu achten. Abhilfe können ebenfalls spezielle Polster schaffen, die auf den Auflageflächen des Nackens angebracht werden und hier als Abstandhalter fungieren, um das Einklemmen der Arterien zu verhindern. Sind diese Polster noch nicht vorhanden, kann das einfache Auflegen eines zusammengerollten Handtuches zwischen Nacken und Waschbecken den gleichen Effekt erzielen.

Jedoch sind die Waschbecken der Schönheits- und Friseursalons zwar der Namensgeber des sogenannten Schönheitssalon Syndroms, jedoch nicht die einzige Ursache. Es sollte generell jede längere Haltung vermieden werden, in der der Nacken zu sehr eingeknickt wird und die Sauerstoffversorgung des Gehirns behindert oder unterbrochen werden kann. Zu dieser Art von Haltung gilt neben der Telefonie, bei der der Hörer ans Ohr geklemmt wird, beispielsweise auch der minutenlang in den Nacken gelegte Kopf, um Nasenbluten zu lindern.

Warum ein Schlaganfall schwer zu erkennen ist und was sind mögliche Symptome?

Das tückische an manchen Symptomen eines Schlaganfalls ist, dass sie nicht selten zunächst auf andere Beschwerden hindeuten. Liegt beispielsweise ein Unwohlsein wie Übelkeit oder Schwindel vor, ist der vorrangige Gedanke eher eine Magen-Darm-Infektion und nicht ein Schlaganfall. Auch starke Kopfschmerzen, die ein weiteres, durch eventuelle Blutungen im Gehirn hervorgerufenes Indiz darstellen, werden in häufigen Fällen als normal abgetan und ggf. mit Schmerztabletten behandelt.

Wichtig ist daher, aufmerksam auf weitere Begleiterscheinungen zu achten und im Zweifelsfall besser einmal mehr als zu wenig den Notarzt zu rufen. Gehen zum Beispiel Taubheitsgefühle oder Sprachstörungen mit den üblichen Beschwerden einher, ist höchste Vorsicht geworden. Ebenfalls bei vorübergehender Blindheit auf einem Auge oder Lähmungserscheinungen sollten Sie sofort zum Hörer greifen lassen. Was viele nicht wissen: so eine Überprüfung, ob die Arterien durchgängig sind, tut gar nicht weh und ist in Form einer Ultraschalluntersuchung schnell erledigt, kann jedoch im Ernstfall den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

Auf apotheken-wissen.de findet Sie eine kompakten Ratgeber, um Schlaganfall Symptome zu erkennen und sie mittels der FAST-Methode (Face, Arms, Speech, Time) auch als Laie den Verdacht eines Schlaganfalls zu erhärten.

* Bildquelle: jackmac34 / pixabay.com

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