Am 12. Oktober ist Welt-Rheumatag


Am Welt-Rheumatag sollen die Belange der Personen mit Rheumaleiden im Vordergrund stehen*

Am Welt-Rheumatag sollen die Belange der Personen mit Rheumaleiden im Vordergrund stehen*

Rheuma, auch Rheumatoide Arthritis genannt, betrifft ca. 800.000 Personen allein in Deutschland.  Der Welt-Rheumatag wurde erstmals 2005 in Deutschland eingeführt, um an diesem besonderen Tag auf die Belange der Personen mit Rheumaleiden aufmerksam zu machen. Über die besonderen Umstände wird informiert und Erfahrungen ausgetauscht. Weltweit gibt es diesen Aktionstag bereits seit 1996. International wurde er durch die ARI (Arthritis and Rheumatism International) ins Leben gerufen, es handelt sich hierbei um einen Zusammenschluss von Selbsthilfeverbänden Rheumabetroffener auf internationaler Ebene.

Hintergrundwissen Rheuma

Der Begriff Rheuma stellt eigentlich einen Oberbegriff für ca. 100 Erkrankungen dar, die eine Entzündung in den Gelenken bedeuten. Etwa zwei Drittel der Patienten sind weiblich und in den meisten Fällen liegt das Alter der Betroffenen zwischen 55 und 75 Jahren. Die Krankheit kann in den verschiedensten Gelenken auf unterschiedliche Art und Weise auftreten. Häufig betroffen sind Zehen, Knie-, Hand- oder Hüftgelenke, Ellenbogen, Schultern, Sprunggelenke, Finger, Kiefer oder auch die Halswirbelsäule – wobei mit ca. 75 Prozent die Fingergelenke am häufigsten befallen werden.

Wo liegen die Ursachen für die Rheumaschmerzen?

Bis heute ist nicht wirklich bekannt, welche Ursachen genau für die Rheumabeschwerden verantwortlich sind. Es wird vermehrt vermutet, dass beispielsweise das Erbgut hierbei eine Rolle spielt, Rheumaerkrankungen also innerhalb der Familie weiter gegeben werden können. Auch eine sogenannte Autoimmunreaktion wurde bereits zu den möglichen Urhebern gezählt: Hierbei wandern fehlgesteuerte Immunzellen in die Gelenke und produzieren dort entzündungsfördernde Stoffe. Weitere Auslöser, die die Rheumaschmerzen begünstigen können, sind Allergien, Infektionen, Röteln- bzw. Herpesviren, Übergewicht oder auch häufiges Rauchen. Es wird vermutet, dass die Rheumaursachen häufig nicht nur durch einen, sondern mehrere Faktoren begründet sind, die eine gemeinsame Rolle spielen.

Rheuma: Symptome und Diagnose

So unterschiedlich sich der Krankheitsverlauf darstellen kann, so unterschiedlich ist auch der Beginn der Symptome. Diese können schleichend über die Dauer von mehreren Jahren oder auch aus unerfindlichen Gründen schlagartig einsetzen. Ein Grund für einen schleichenden Verlauf kann beispielsweise die mehr oder weniger spezifische Art der Beschwerden sein, da zu Beginn der Erkrankung vor allem Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Depressionen, leicht erhöhte Temperatur, Gewichtsabnahme oder schlicht ein allgemeines Krankheitsgefühl zu den Symptomen gehört, was eine schnelle Diagnose zunächst erschwert. Bei vielen Patienten kommt es zudem noch eine Austrocknung von Haaren und Haut, erst im weiteren Verlauf kommen konkretere Symptome wie warme, gerötete bzw. geschwollene Gelenke hinzu.

Zu den typischen Eigenschaften von Rheumaschmerzen gehört, dass sie normalerweise symmetrisch (beispielsweise an beiden Händen oder an beiden Schultern) auftreten. In noch späteren Stadien können sich die betroffenen Gelenke verformen und ihre Beweglichkeit verlieren. Besonders nachts, wenn der Patient nichts anderes wahrnimmt, können die Schmerzen zu starken Belastungen anwachsen. Rheuma Finger können häufig dazu führen, dass der Patient Gegenstände nicht mehr richtig greifen kann, in selteneren Fällen sind außerdem noch Organe wie Herz, Lunge oder auch Augen betroffen. Für die genaue Diagnose stellt der Arzt zunächst Fragen zu Kranken- bzw. Familiengeschichte, zu den betroffenen Gelenken, zu weiteren Symptomen neben den Gelenkschmerzen und auch zu den Zeitpunkten und der Schwere der Beschwerden.

Anschließend können anhand von bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT) Beschwerden einer rheumatoiden Arthritis diagnostiziert werden. Eine genaue Blutuntersuchung ist ebenfalls Teil der Diagnose, da die Entzündungsreaktion einer Rheumaerkrankung eine Veränderung der Blutwerte bewirken kann.

Möglichkeiten der Behandlung und Prognose

Für die Behandlung von Rheumapatienten gibt es einen besonders wichtigen Faktor, der entscheidend über den Folge sowie die Prognose der Therapie entscheidet: die Zeit. Je eher mit der Behandlung begonnen werden kann, desto günstiger die Prognose. Erstes und wichtigstes Ziel ist vor allem, Gelenkknorpel und Knochen sowie Gelenkversteifungen im günstigsten Fall zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Um dieses Ziel effektiv erreichen können sollte möglichst allerspätestens drei Monate nach dem Auftreten der ersten Symptome mit der Therapie begonnen werden.

Rheuma ist bis heute nicht heilbar, die Krankheit kann mittlerweile jedoch inzwischen gut mit einer Kombination aus entzündungshemmenden Medikamenten und anderen Therapien behandelt werden, um den Patienten die Rheumaschmerzen zu nehmen und die Lebensqualität deutlich zu erhöhen. Regelmäßige Physio- sowie Ergotherapie bilden zwei wichtige Pfeiler der Behandlung, um Muskeln wieder aufzubauen sowie die Gelenke beweglich zu halten. Einen entscheidenden Bestandteil der Therapie stellt außerdem die Ernährung dar. Patienten mit chronisch entzündlichem Rheuma wird vor allem der Verzicht auf Fleischprodukte empfohlen, da in Fleisch und Wurst eine größere Menge der entzündungsfördernden Arachidonsäure enthalten ist.

* Bildquelle: andreas 160578 / pixabay.com

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