Psychische Erkrankungen sind häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit


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Mittlerweile auf Platz 1 der Ursachen für Berufsunfähigkeit: die psychischen Erkrankungen *

Auch momentan glückliche Menschen können im Laufe ihres Lebens durch psychische Erkrankungen nicht mehr in der Lage sein, ihren erlernten Beruf auszuüben. Sei es durch einen Unfall, ein traumatisches Erlebnis und eine darauf folgende Depression oder eine Überbelastung auf der Arbeit, die ein Burnout-Syndrom zur Folge hat – psychische Leiden sind laut Statistik die häufigste Ursache dafür, dass Menschen ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Nach dem Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse leiden Frauen und ältere Menschen besonders häufig unter Depressionen. Dieses Schicksal trifft mehr Menschen als man denkt. Eine aktuelle Studie der DAK verzeichnet zwar erstmals weniger Arbeitnehmer mit der Diagnose „Burnout“. Diese Zahlen sind jedoch laut der DAK-Ärztin Elisabeth Thomas dem Umstand geschuldet, dass die Diagnosepraxis inzwischen differenzierter geworden ist und hinter einem Burnout immer öfter eine Depression steckt.

Erwerbsunfähigkeit versus Berufsunfähigkeit

Ob die psychische Erkrankung nur eine kurze Episode ist oder lange anhält, entscheidet darüber, ob der Patient seinen Lebensunterhalt noch selbst verdienen kann. Je länger die Arbeitsunfähigkeit andauert, desto schwerwiegender sind die finanziellen Verluste. Denn eine Erwerbsminderungsrente als staatliche Absicherung gibt es in vollem Umfang nur für Arbeitnehmer, die vor 1961 geboren wurden oder in keinem Beruf mehr als 6 Stunden täglich arbeiten können.

Grundsätzlich ist die Berufsunfähigkeit von der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit abzugrenzen: Während jemand bereits wegen einer Erkältung für eine Woche arbeitsunfähig sein kann, bedeutet Berufsunfähigkeit, dass eine Person nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten kann, aber noch anderen Tätigkeiten nachgehen könnte. Wer erwerbsunfähig ist, kann hingegen gar keiner Arbeit mehr nachgehen. In jedem Fall muss die Erkrankung jedoch der gesetzlichen Rentenversicherung bzw. dem privaten Versicherer ärztlich nachgewiesen werden, um Leistungen in Anspruch nehmen zu können.

Gesundheitsprüfung und Risikogruppen

Depressionen sind auch deshalb eine sehr ernstzunehmende Krankheit, weil sie als Vorerkrankungen ein Hindernis beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darstellen können. Zwar haben auch Angestellte im Hoch- und Tiefbau oder bei der Polizei ein erhöhtes Unfallrisiko; die Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen jedoch am häufigsten wegen psychischer Erkrankungen. Diese können jeden treffen, vom Manager bis zur Supermarktkassiererin. Viele Versicherer verweigern Betroffenen deshalb auch die Annahme eines Antrags, da ihnen bei bestimmten Vorerkrankungen das Versicherungsrisiko zu hoch erscheint. Darunter fallen neben Depressionen auch Tumorerkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparats. Wer bereits erkrankt war oder schon frühzeitig eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, sollte sich daher genau über die Grundlagen und Bedingungen informieren und bei den Tarifen die Risikozuschläge sowie Leistungsausschlüsse berücksichtigen.

Leistungsausschlüsse bei Versicherungen

In diesem Fall wird der Antragsteller zwar versichert. Wenn er oder sie jedoch wegen Depressionen berufsunfähig wird, schließt der Versicherer die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente aus. Einen solchen Leistungsausschluss sollte niemand akzeptieren. Während ein angemessener Risikozuschlag noch in Kauf zu nehmen ist, sollten sich Interessenten bei Leistungsausschlüssen für einen anderen Versicherer entscheiden.

* Bildrechte: Flickr Tired Man Sitting on Bed Mic445 CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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