Plastische Chirurgie / ästhetische Chirurgie


Grundinformationen zur plastische Chirurgie und ästhetischen Chirurgie - apotheken-wissen.de

Informationen zur plastischen und ästhetischen Chirurgie *

Der griechische Begriff plattein steht für formen, gestalten, bilden. Er ist damit die Grundlage für den Begriff der plastischen Chirurgie, die sich mit der medizinisch-chirurgischen Wiederherstellung von Körperform oder Körperfunktionen beschäftigt. Eine der Unterformen der plastischen Chirurgie ist neben den Bereichen der rekonstruktiven Chirurgie, der Verbrennungschirurgie und der Handchirurgie die ästhetische Chirurgie. Sie umfasst alle chirurgischen Eingriffe, die im eigentlichen Sinn nicht aufgrund medizinischer Indikationen sondern auf Wunsch der Patientin / des Patienten durchgeführt werden – umgangssprachlich auch „Schönheitschirurgie“ oder „Schönheitsoperationen“ genannt und mit dem Ziel, das äußere Erscheinungsbild des Körpers u verändern und zu verbessern.

Die Geschichte der plastischen Chirurgie ist eine alte Geschichte

Wer meint, dass die Schönheitschirurgie eine Erscheinung unserer heutigen Zeit bzw. der jungen Vergangenheit ist, der täuscht sich: schon ab 1200 v. Chr. ist in Indien eine hohe Anzahl an Nasenoperationen belegt. Damit ist die Schönheitschirurgie bereits deutlich mehr als 3.000 Jahr alt. Auch im alten Ägypten waren rekonstruktive Eingriffe bekannt und der römische Medizinschriftsteller Aulus Cornelius Celsus (25 v. Chr. – 50 n. Chr.) beschreibt ebenfalls zahlreiche schönheitschirurgische und funktionswiederherstellende Eingriffe. Als Grundstein der modernen plastischen Chirurgie gilt das Buch „De Curtorum Chirurgia per Insitionem“, das der italienische Chirurg Gasparo Tagliacozzi im Jahr 1597 veröffentlichte. Es bedurfte über 200 Jahre später zweier weiterer Veröffentlichungen, die der plastischen Chirurgie den Weg bahnten: Professor Karl Ferdinand Graefe von der er Berliner Charité fasste im Jahr 1818 seine Erkenntnisse in dem Buch „Rhinoplastik“ zusammen, auf dessen Basis Eduard Zeis im Jahr 1838 in seinem umfangreichen Werk „Handbuch der plastischen Chirurgie“ erstmals den Begriff „Plastische Chirurgie“ benutzte und schuf.

Begriffsklärung: plastische Chirurgie, ästhetische Chirurgie, Schönheitschirurgie

Der Begriff Plastische Chirurgie ist der Oberbegriff für alle medizinisch-chirurgischen Eingriffe, die  zumeist an sichtbaren Stellen des Körpers die Form des Körpers und/oder Körperfunktionen, die sichtbar oder nachhaltig gestört sind, wiederherstellen oder verbessern. Nicht wirklich in der (öffentlichen) Diskussion sind dabei die rekonstruktive Chirurgie, die Verbrennungschirurgie und die Handchirurgie. Bei der rekonstruktiven Chirurgie werden operativ Funktionen des Körpers, z. B. infolge von Verletzungen, Tumorentfernungen oder Fehlbildungen, wieder hergestellt. Die Verbrennungschirurgie ist wiederum ein Unterbereich der rekonstruktiven Chirurgie und behandelt akut und intensiv Verletzungen von Verbrennungsfolgen.

Ein wiederum eigenes und aus der Plastischen Chirurgie, der Unfallchirurgie und der Orthopädie kommendes, fächerübergreifendes Spezialgebiet ist die Handchirurgie, die vor allem mit der Behandlung von Verletzungen, Fehlbildungen und Erkrankungen der Hand und des Unterarms beschäftigt. Auch die ästhetische Chirurgie ist ein Unterbereich der plastischen Chirurgie. Sie definiert sich im Besonderen aus dem Anlass: während bei den oben genannten Bereichen der plastischen Chirurgie stets medizinische Indikationen vorliegen, fehlen diese normalerweise im Arbeitsfeld der ästhetischen Chirurgie. Veränderungen an Körperformen sind zumeist darin begründet, dass die Patientin / der Patient diese Veränderungen zur Erzielung eines schöneren Aussehens und Erscheinungsbild wünscht. Demzufolge spricht man hier dann umgangssprachlich von Schönheitsoperationen bzw. der Schönheitschirurgie.

Teilbereich der plastischen Chirurgie: die ästhetische Chirurgie

Wir werden uns an dieser Stelle nicht mit der wiederkehrenden Diskussion auseinandersetzen, wie weit die Schönheitschirurgie in Anspruch genommen werden kann und darf oder wann sie sinnvoll zu Rate gezogen werden sollte oder gar muss. Letztendlich ist es stets eine persönliche Entscheidung und durchaus häufig liegt doch eine medizinische Indikation vor, auch wenn sie nicht „äußerlich“ auftritt. Dazu können Kinder zählen, die bis hin zu psychologischen Indikationen von abstehenden Ohren betroffen sind, dazu können Frauen zählen, die durch einen zu großen, einen zu kleinen oder einen zu ungleichen Busen unter ebensolch psychologischen Indikationen leiden.

Die Bereiche des Körpers, mit denen sich die ästhetische Chirurgie beschäftigt, sind mannigfach: Achsel, Arme und Hände, Bauchstraffung, Brust, Bruststraffung, Bruststraffung mit Vergrößerung, Brustvergrößerung, Brustverkleinerung, Eigenfettgewebetransplantation, exzessives Schwitzen axillär, Facelift, Fettabsaugung, Figur, Gesäßstraffung, Gesicht, Gynäkomastie, Haartransplantation, Halsstraffung, Intimbereich, Kinnkorrektur, Lippenmodellierung, Minilift, Nasenkorrektur, Oberarmstraffung, Oberlidstraffung, Oberschenkelstraffung, Ohrenkorrektur, Schamlippenverkleinerung, Schlupfwarzenkorrektur, Stirnstraffung oder Unterlidstraffung.

Hilfe bei der Wahl des richtigen Facharztes

In fast allen deutschen Bundesländern gibt es die Facharztkompetenz Plastische und Ästhetische Chirurgie. Der Schönheitschirurg hingegen ist kein Begriff, der im ärztlichen Weiterbildungsrecht definiert ist. Demzufolge ist die Bezeichnung „Schönheitschirurg“ nicht geschützt und auch Ärzte ohne diesen entsprechenden Facharzttitel könn(t)en diese Bezeichnung in der Außendarstellung verwenden. Für Patienten ist es von daher wichtig zu erkennen, welcher Arzt über die notwendige Fachqualifikation verfügt. Wer sich also mit dem Gedanken an eine Schönheitsoperation trägt, sollte auch bei der Wahl des Facharztes auf Sicherheit und Qualität achten.

Aus diesem Grund hat die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) das neue Informationsportal schoenheitsbewusst.de initiiert. Dieses neue Informationsportal erleichtert die Entscheidung für Patienten und zeigt nur Fachärzte an, die auch Mitglieder der VDÄPC sind. Die VDÄPC nimmt ausschließlich Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie auf, die das deutsche Facharztprogramm erfolgreich durchlaufen haben und gleichzeitig die strengen Aufnahmekriterien der Vereinigung erfüllen. Derzeit gehören in Deutschland weniger als 100 plastische Chirurgen zu diesem Kreis. Wer sich für einen dieser Ärzte entscheidet, entscheidet sich bewusst für einen Arzt mit einer qualifizierten Ausbildung.

* Bildquelle: pixabay.com, zerocool/Fernando Zamora, gemeinfrei (Creative Commons CC0)

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