Wissenswertes zur Operation am Gehirn


MRT eines Schädels - apotheken-wissen.de

Untersuchungen mit der Magnetresonanztomographie zeigen häufig, ob eine Operation am Gehirn notwendig ist. *

Es gibt eine Vielzahl an Erkrankungen, die eine Operation am Kopf notwendig machen. Gehirntumore oder Aussackungen von Hirnarterien (Aneurysmen) erfordern dabei auch eine Öffnung der Schädeldecke, um die Stellen zu erreichen, an denen operiert werden muss. Die Operationen sind häufig sehr kompliziert und erfordern viel Erfahrung, Können und den Einsatz hochentwickelter Technik. Der kleinste Fehler kann bereits zu schweren Schäden führen, die das Leben des Patienten nachhaltig negativ beeinflussen. Um den Eingriff zu optimieren, wurden die Operationstechniken in den letzten Jahren immer weiterentwickelt und immer fortschrittlicher.

Wie erfolgt die Operation?

Die Operation am Schädelknochen wird auch als Kraniotomie bezeichnet. Bei diesem Vorgang wird die knöcherne Struktur des Schädels durch einen chirurgischen Eingriff geöffnet. Zunächst wird dazu der Kopf mit einem Gestell fixiert, die Kopfbehaarung an der Operationsstelle rasiert und die Haut desinfiziert. Kopfhaut und Kopfschwarte werden mit einem Skalpell vorsichtig vom Knochen gelöst und zur Seite geklappt. Dann wird über einen Perforator die Schädeldecke geöffnet. Bei diesem Werkzeug handelt es sich um spezielle Schädelbohrer, die durch ihre Form den beim Bohren entstehenden Knochenstaub direkt ableiten und für eine gezielte Perforation verwendet werden können. Denn bei der Öffnung des Schädels ist es sehr wichtig, dass nur der gewünschte Bereich geöffnet und nicht zu tief gebohrt wird, um keine Blutgefäße oder Nervengewebe zu verletzen.

Je nach Lage der entnommenen Knochenplatte wird für die Kraniotomie folgende Nomenklatur verwendet:

  • Parietale Kraniotomie (Scheitelregion)
  • Okzipitale Kraniotomie (Am Hinterkopf)
  • Subokzipitale Kraniotomie (Region unterhalb des Hinterkopfs)
  • Frontale Kraniotomie (an der vorderen Schläfenregion)
  • Temporale Kraniotomie (an der hinteren Schläfenregion)
  • Pterionale Kraniotomie (an der vorderen Schläfenregion)

Im Anschluss an die Operation muss das Loch wieder verschlossen werden. Hierzu gibt es zwei mögliche Optionen. Bei der osteoklatischen Kraniotomie verwirft der Chirurg das herausgesägte Knochenstück und setzt es nicht wieder ins Loch hinein. Der Verschluss erfolgt hier lediglich durch das Verwachsen von Kopfschwarte und der Kopfhaut. Bei der osteoplastischen Kraniotomie hingegen setzt der Chirurg die Knochenplatte wieder ins Loch des Schädeldachs ein, wo sie nach einigen Monaten wieder mit dem umgebenden Knochen verwächst.

Wann muss eine Schädel-OP durchgeführt werden?

Fast alle neurochirurgischen Operationen an den Gehirnarealen oder an den Hirnhäuten erfordern die Öffnung des Schädelknochens. Bei folgenden Erkrankungen kann die Kraniotomie eingesetzt werden:

  • Hirntumore

Unter den Begriff des Hirntumors fallen alle gut- sowie bösartigen Geschwulste, die im Gehirn auftreten. Bei der Operation wird das betroffene Gewebe entnommen und so meist eine weitere Ausbreitung des Tumors vermieden. Zudem wird gleichzeitig für eine Druckentlastung des Gehirns gesorgt. Dadurch verursachte Symptome wie beispielsweise Druckgefühl, Kopfschmerzen oder Gleichgewichtsstörungen verschwinden häufig nach der Entfernung des Tumorgewebes.

der Entfernung des Tumorgewebes.

  • Hirnblutung
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Hirnblutungen sind ein medizinischer Notfall, in dem zügig operiert werden muss. **

Ein geplatztes Gefäß im Gehirn führt zu einer Hirnblutung. Die Symptome sind plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Es handelt sich bei der Hirnblutung um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die umgehend medizinisch behandelt werden muss. Etwa 10 bis 15 Prozent aller Schlaganfälle sind auf eine Hirnblutung zurückzuführen. Wird die Behandlung nicht umgehend durchgeführt, steigt der Hirndruck durch die austretende Flüssigkeit stark an und die Sauerstoffversorgung ist nicht mehr gewährleistet. Durch eine Operation kann die Blutung gestillt und überschüssige Flüssigkeit abgelassen werden.

  • Aussackung von Hirnarterien (Aneurysmata)
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Wie jede Operation, birgt auch die Operation am Schädel Risiken. ***

Die Schätzungen von Personen mit Aneurysma liegen zwischen 0,2 und 9 Prozent. Es handelt sich dabei um eine Hirngefäßerweiterung oder eine beeren- oder sackförmige Ausweitung der Arteriengefäße. Häufig ist diese angeboren oder vererbt, kann aber auch im Laufe des Lebens auftreten. Der Durchmesser der Gefäße kann einen Durchmesser von 5 mm bis 3 cm annehmen. Aneurysmen weisen ein höheres Risiko einer Ruptur auf, wodurch es zu einer lebensbedrohlichen Hirnblutung kommen kann. Häufig werden Aneurysmen zufällig bei Untersuchungen des Kopfs mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) entdeckt. Drückt das Aneurysma auf einen Nerv, kommt es zudem zu Beschwerden und zu Gesichtslähmungen.

Auch weitere Indikationen wie ein Hirnabszess oder die Gewinnung von Gewebeproben können einen operativen Eingriff notwendig machen. So kann beispielsweise bei Epilepsie-Patienten unter bestimmten Bedingungen eine Operation notwendig werden, bei der Nervenstränge durchtrennt oder Elektroden ins Gehirn eingesetzt werden müssen. In diesen Fällen kann dadurch die Aktivität der Nervenzelle beeinflusst und epileptische Anfälle vermindert oder sogar verhindert werden.

Risiken und Nebenwirkungen der Kraniotomie

Bei den Risiken der Operation wird zwischen allgemeinen Risiken, die bei jedem chirurgischen Eingriff auftreten können, und spezifischen Risiken, die speziell bei der Kraniotomie auftreten, unterschieden.

Allgemeine Risiken beim chirurgischen Eingriff sind Infektionen, Narbenbildung, Blutungen und Blutergüsse. Zudem ist die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln erhöht. In einigen Fällen kann es auch zu Unverträglichkeiten oder Komplikationen mit dem Narkosemittel kommen. Spezifische Risiken durch die Öffnung des Schädels und der Operation am Gehirn sind Verletzungen von gesundem Hirngewebe, Sprachschwierigkeiten, Lähmungserscheinungen, Gedächtnisstörungen und ein Austritt von Hirnflüssigkeit oder eine Ansammlung von Luft in der Schädelhöhle. Ebenso können Anfallsleiden auftreten. Diese können auch erst einige Zeit nach der Operation in Erscheinung treten, da sie häufig durch eine Vernarbung von Hirngewebe während des Heilungsprozesses entstehen.

Komplikationen oder Verletzungen können auch dazu führen, dass der Patient ins Koma fällt.

Zu beachten ist, dass die eigene Konstitution und das Verhalten nach der Operation Einfluss auf den Genesungsprozess hat. Während die Klammern und Nähte der Wunde erst etwa zehn Tage nach der Operation entfernt werden, wird der Verband schon nach einigen wenigen Tagen weggelassen.

Patienten sollten es vermeiden, sich an der vernähten Körperstelle zu kratzen, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden. Ebenso sollte nach dem Ziehen der Fäden mit der Haarwäsche zwei Tage gewartet werden. Starke körperliche Belastungen sollten nach der Operation zunächst gemieden werden. Wegen sportlicher Aktivitäten sollte der Arzt gefragt werden, ab wann diese wieder durchführbar sind.

* Bildquelle: Pixabay.com, ©bykst CC0-Lizenz
** Bildquelle: Pixabay.com, ©qimono CC0-Lizenz
*** Bildquelle: Pixabay.com, ©frank23 CC0-Lizenz

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