Nasennebenhöhlenentzündung – Hintergrund, Diagnose, Behandlung und Vorbeugung


Nasennebenhöhlenentzündung - apotheken-wissen.de

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung ist auch schnell das gesamte Wohlbefinden gestört*

Sie wird durch Allergien, Bakterien oder Pilze ausgelöst und beschreibt eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen: die Nasennebenhöhlenentzündung, auch Sinusitis genannt. Man differenziert in der Regel zwischen einer akuten und einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen, Ursache, Symptome und Heilungszeitraum können hierbei sehr unterschiedlich sein. Mittlerweile hat sich die Nasennebenhöhlenentzündung zu einer regelrechten Volkskrankheit entwickelt, jeder siebte Erwachsene schlägt sich mindestens einmal jährlich damit herum.

Basiswissen Nasennebenhöhlenentzündung

Während die akute Variante häufig durch Viren oder Bakterien verursacht wird können bei der chronischen Nebenhöhlenentzündung der Nase auch anatomische Anomalien wie eine verkrümmte Nasenscheidewand oder Polypen verantwortlich sein. In bestimmten Fällen kann hierbei ein operativer Eingriff notwendig sein, um die Ursachen zu beheben, bei einer akuten Erkrankung dagegen erfolgt die Heilung bei entsprechender Therapie zwischen zwei und acht Wochen. Von einem chronischen Verlauf spricht man dann, wenn die Erkrankung entweder länger als drei Monate andauert oder öfter als viermal im Jahr auftritt.

Was sind die Nasennebenhöhlen und welchen Zweck erfüllen sie?

Bei den Nasennebenhöhlen handelt es sich um luftgefüllte Räume im menschlichen Schädel, die durch enge Öffnungen mit den Nasenhöhlen verbunden sind. Sie sorgen gemeinsam mit den Nasenhöhlen für eine ausreichende Belüftung indem sie, ähnlich einer Klimaanlage, für eine ausreichende Reinigung und Befeuchtung der Luft sorgen, die wir einatmen. Zu diesem Zweck sind sie mit einer Schleimhaut bedeckt, auf der winzige Flimmerhärchen sitzen. Deren Funktion besteht darin, den vom Körper eigens produzierten Schleim in Richtung Rachen zu transportieren. Dieser Schleim nimmt Schadstoffe und Erreger auf, die dem Körper gefährlich werden könnten, und transportiert sie in Richtung Magen, wo sie von der Magensäure zerstört werden können.

Symptome und Diagnose

Sind die Nasennebenhöhlen dagegen geschwollen, verschließt sich diese Öffnung zwischen Nasenhöhle und Nasennebenhöhle. Mit der Folge, dass der oben genannte Selbstreinigungsvorgang nicht mehr stattfinden kann, da ein Abtransport des Schleimes nicht mehr möglich ist.

Somit ist der Belüftungsvorgang gestört und die eingesammelten Erreger breiten sich aus, was zu einer Entzündung führt. Dieser Ablauf äußert sich normalerweise in Form von Symptomen wie Fieber, Kopfschmerz, Druckgefühl, Schleim, der in den Rachen läuft, Verstopfung der Nase, Abgeschlagenheit oder auch eine  Beeinträchtigung des Geruchsinnes. Die Symptome sind bei akuter und chronischer Nasennebenhöhlenentzündung weitgehend ähnlich sind. Die Unterschiede liegen vor allem in der Länge des Zeitraumes bis zur Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. in einer häufigeren Wiederholung des Krankheitsbildes.

Um diese Diagnose nun zu bestätigen hat der behandelnde Arzt zunächst die Möglichkeit, im Rahmen eines Vorgesprächs mehr über die Krankengeschichte und Symptome des Patienten zu erfahren. Im Anschluss kann der Verdacht anhand einer Endoskopie (Nase, Nasenrachenraum),  einer Computertomographie (CT) und ggf. einer Sonographie (Schalluntersuchung) feststellen, inwieweit tatsächlich eine Nasennebenhöhlenentzündung Behandlung vonnöten ist.

Möglichkeiten der Behandlung

Bei der Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung geht es primär um die Wiederherstellung der Belüftung sowie um die Beseitigung der schmerzhaften Entzündung. Dies erfordert häufig die Zugabe von Antibiotika. Handelt es sich bei der Entzündung um einen anatomischen Hintergrund wie bspw. eine krumme Nasenscheidewand, kann hier ein chirurgischer Eingriff notwendig sein.

Zur Abschwellung können zudem Nasensprays verwendet werden. Durch schleimlösende Medikamente wird dafür gesorgt, dass das festsitzende Sekret verflüssigt wird und so besser abfließen kann. Als altes Hausmittel wird beispielsweise das ätherische Öl der Myrte eingesetzt, dieses wirkt gegen die Entzündung und kann in Kapselform in der Apotheke erworben werden. Auch ein Tee aus den Wurzeln der Schlüsselblumen sorgt für ein leichteres Lösen des Schleimsekretes. Gegen die Schwellung der Nasennebenhöhlen kann dagegen ein Dampfbad aus Lavendel, Kamille und Thymian Wunder wirken. Jedoch sollten diese Hausmittel nie ausschließlich angewendet werden: ein Verdacht einer Nasennebenhöhlenentzündung sollte grundsätzlich den Besuch eines Arztes unverzichtbar machen.

Kann man vorbeugen?

Komplett verhindern lässt sich eine Nasennebenhöhlenentzündung auch durch etliche Vorsichtsmaßnahmen nicht. Es gibt allerdings Möglichkeiten, das Risiko einer solchen Erkrankung zu minimieren. Beispielsweise sollte der Kopf bei kaltem Wetter warm gehalten werden, eine gesunde und vitaminreiche Ernährung kann dagegen viel dazu beitragen, die Abwehrkräfte zu stärken. Auch Saunagänge und Bewegung an der frischen Luft können vor der schmerzhaften Erkrankung schützen. Ebenso kann die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit dafür sorgen, die Schleimhäute feucht zu halten und somit die Gefahr zu vermindern. Bei allergischem Schnupfen können beispielsweise Antiallergika oder eine Hyposensibilisierung hilfreich sein.

* Bildquelle: WerbeFabrik / pixabay.com

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