Morbus Raynaud: wenn die Finger oder Zehen nicht richtig durchblutet werden


Finger mit Morbus Raynaud

Finger mit Morbus Raynaud

Morbus Raynaud, auch Raynaud-Syndrom genannt, ist eine Erkrankung der Gefäße, die eine Weiß- und Blaufärbung der Finger oder Zehen, manchmal auch der Ohren und Nase verursacht. Das Syndrom verläuft häufig in drei Phasen, welche die Weißfärbung (Ischämie) und mangelnde Durchblutung umfasst, die Blaufärbung (Zyanose) und eine vermehrte Durchblutung (Hyperämie), welche sich durch gerötete Körperstellen, Kribbeln oder Pochen bemerkbar macht. Etwas 20 Prozent der Deutschen sind betroffen, deutlich häufiger Frauen. In der Regel ist Morbus Raynaud nicht gefährlich und die Symptome verschwinden von alleine. Morbus Raynaud kann aber auch Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein.

Die Symptome von Morbus Raynaud

Der Name geht auf den französischen Arzt Maurice Raynaud zurück, der die Krankheit 1863 erstmals entdeckte und diagnostizierte. Morbus Raynaud äußert sich in temporärer Weißfärbung, dann in zweiter Phase, in einer Blaufärbung der Finger, Zehen und manchmal auch der Nase oder Ohren durch eine mangelnde Blutzufuhr. Das Tastvermögen kann teilweise beeinträchtigt werden, zudem können die betroffenen Körperstellen schmerzen. Eine Morbus Raynaud Attacke dauert gewöhnlicherweise eine halbe Stunde, kann aber auch länger anhalten. An letzter Stelle folgt dann eine Rötung der betroffenen Körperstellen und gegebenenfalls ein Kribbeln und Pochen, ähnlich dem Gefühl, wenn sehr kalte Finger wieder warm werden.

Warum entsteht Morbus Raynaud?


Bei Morbus Raynaud unterscheidet man das primäre und das sekundäre Raynaud-Syndrom. Das primäre Raynaud-Syndrom tritt ohne erkennbare Ursache auf. Häufig tritt diese Form der Erkrankung bei jungen Frauen auf, mit den Wechseljahren verschwinden die Symptome meistens, etwa 7 % der Frauen sind davon betroffen und zu 70 % der Fälle handelt es sich bei Morbus Raynaud um die primäre Variante. Das primäre Raynaud-Syndrom ist zwar sehr unangenehm, aber nicht gefährlich. Anders sieht es beim sekundären Raynaud-Syndrom aus, denn dieses tritt meist als Begleitung einer Grunderkrankung auf, zum Beispiel bei mangelnder Durchblutung verursacht durch Nervenschäden, Gefäßverkalkungen oder -entzündungen oder bei Traumata, also Verletzungen der betroffenen Körperstellen. Auch die berufliche Situation kann ausschlaggebend für das sekundäre Raynaud-Syndrom sein. Berufe, welche die Arbeit an schweren Maschinen mit häufigen Vibrationen wie z.B. an einem Presslufthammer voraussetzen, können Ursache für Morbus Raynaud sein. Ebenfalls können Pianisten betroffen sein oder Menschen, deren Hände täglich stark beansprucht werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können ebenfalls Ursache für das sekundäre Raynaud-Syndrom sein, weshalb man mit dem Arzt zusammen einen Blick auf eingenommene Medikamente werfen sollte. Direkter Auslöser für Morbus Raynaud können Kälte und emotionaler Stress sein, in einigen Fällen führt sogar das Händewaschen mit kalten Wasser oder das Anfassen einer Tiefkühltruhe zu den Symptomen.

Behandlung von Morbus Raynaud

Da Morbus Raynaud normalerweise harmlos ist und die Symptome von alleine verschwinden, ist eine Behandlung nicht notwendig. Die betroffenen Körperstellen vor Kälte schützen hilft bereits, den Attacken vorzubeugen. Viel Bewegung und Entspannungsübungen können Morbus Raynaud ebenfalls vorbeugen. Eine medikamentöse Therapie kann in Abstimmung mit dem Arzt erfolgen, gefäßerweiternde Medikamente können die Blutzirkulation verbessern. Insbesondere sollte ein Arzt bei Verdacht auf das sekundäre Raynaud-Syndrom aufgesucht werden, um die Grundkrankheit zu erkennen und zu behandeln. Bei einem akuten Morbus Raynaud Anfall kann ein leichtes Massieren und Wärmen (durch warmes aber nicht zu heißes Wasser z.B.) die Beschwerden verkürzen und lindern.

Bildquelle:
*: Finger mit Morbus Raynaud: apotheken-wissen.de

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