Kompressionsstrümpfe – vielseitige Helfer bei Thrombose und Venenschwäche


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Kompressionsstrümpfe: Oftmals sehr sinnvoll und heutzutage bei weitem nicht mehr so altbacken wie früher *

Ca. 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden unter der einen oder anderen Venenerkrankung. Kompressionsstrümpfe können bei diversen Gelegenheiten sinnvoll sein, zuerst seien natürlich die Zeit nach einer Operation bzw. die Behandlung einer bestehenden Thrombose genannt.

Jedoch haben sie sich ebenfalls beim Sport bewährt und auch in weiteren Situationen wie längeren Reise mit Bus oder Flugzeug , bei denen aufgrund der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeit ebenfalls die erhöhte Gefahr einer Thrombose besteht. apotheken-wissen informiert in diesem Gesundheitsratgeber über Hintergrundwissen, Beschaffenheit und Wirkung, Verschreibung und Auswahl sowie über Tipps und Helfer beim Anziehen von Kompressionstrümpfen.

Hintergrundwissen Kompressionsstrümpfe

Es gibt sie je nach Anwendungsgebiet in vier unterschiedlichen Ausführungen: Als Strumpfhose, Schenkelstrumpf, Halbschenkelstrumpf oder auch Wadenstrumpf. Für Sportbegeisterte gibt es sie extra in einer speziellen Sportausführung. Die ist vor allem deshalb wichtig weil ausreichende Bewegung dafür sorgt, dass das Thromboserisiko nachweislich gesenkt werden kann. Viele Sportler nutzen Kompressionsstrümpfe auch ohne medizinische Notwendigkeit, um die Fließgeschwindigkeit des Blutes während des Trainings zu steigern und somit die Muskeln besser mit Sauerstoff zu versorgen.

Wie sind die Strümpfe beschaffen und was genau bewirken sie?

Im Großen und Ganzen wird grob zwischen drei Arten von Kompressionsstrümpfen unterschieden:

Den Kompressionsstrümpfen, die durch einen stetigen festeren Druck auf die Venen in den Beinen vor allem für eine bessere Durchblutung sorgen, den Stützstrümpfen, die bei längeren Reisen durch den erhöhten Druck  auf die Venen das Thromboserisiko senken und den sogenannten Anti-Thrombosestrümpfen, die vor allem nach Operationen eingesetzt werden um das in diesen Fällen besonders erhöhte Thromboserisiko zu senken. Innerhalb dieser Gruppierung wird außerdem in vier Druckklassen unterschieden, die speziell dem entsprechenden Einsatzgebiet angepasst werden. Nach Möglichkeit sollte sich ein Patient, der die Strümpfe von der Krankenkasse bezahlt bekommt, alle sechs Monate ein neues Paar verschreiben lassen, da durch das tägliche Waschen die nötige Stützkraft verloren geht.

Verschreibung bzw. Auswahl der Kompressionsstrümpfe

Damit die Strümpfe perfekt sitzen und durch die jeweilige Druckfestigkeit gezielt auf die Venen einwirken können ist es unabdinbar, dass sie vor der Bestellung genau ausgemessen werden. Hierfür werden die Füße einzeln auf einem speziellen Messbrett ausgemessen (am besten morgens, wenn die Beine noch nicht geschwollen sind). Anhand einer Tabelle wird der korrekte Knöchelumfang ermittelt und die genaue Länge des Strumpfes festgelegt. Handelt es sich um eine gängige Größe, wird der richtige Strumpf dem Patienten daraufhin ausgehändigt. Nicht selten weicht die Größe jedoch von den gängigen Maßen ab: in diesem Fall muss der Kompressionsstrumpf individuell angefertig werden.

Auch im Internet können sich Interessenten bei entsprechenden Fachhändlern über die verschiedenen Arten und Formen der Kompressionsstrümpfe informieren und diese auch direkt im Shop bestellen. Mittlerweile gibt es Kompressionsstrümpfe in vielen bunten und modischen Farben so dass Betroffene nicht zwangsläufig auf ein stylisches Äußeres verzichten müssen. Liegt eine medizinische Notwendigkeit vor, stellt der behandelnde Arzt ein Rezept für die Strümpfe aus. Im Normalfall beinhaltet eine solche Verschreibung zwei Paar Strümpfe pro Jahr, die von der jeweiligen Krankenkasse getragen werden. Anders verhält es sich bei Langstreckenflügen oder weiteren rein vorbeugenden Maßnahmen: hier trägt der Patient selber die Kosten.

Wie werden Kompressionsstrümpfe angezogen? Gibt es Hilfsmittel?

Kompressionsstrümpfe sollten grundsätzlich nicht direkt am Stoff angezogen werden – allein schon, um diesen nicht zu beschädigen. Es gibt jedoch Kniffe, die den Betroffenen helfen können, sich den Strumpf selber problemlos anzuziehen. Manche verwenden beispielsweise eine sogenannte Anzugshilfe oder auch spezielle Handschuhe, damit die Strümpfe später korrekt sitzen und ohne dabei das Material zu beschädigen. Andere Strümpfe besitzen einen Silikonrand, mit dessen Hilfe der Strumpf fest am Oberschenkel fixiert wird.  Hierbei sollte jedoch genau darauf geachtet werden, dass keine Unverträglichkeit auf Silikon besteht.

Ist der Betroffene gar nicht mehr in der Lage, sich die Strümpfe selber anzuziehen, besteht außerdem die Möglichkeit, einen Pflegedienst zu beauftragen, der dies für den Patienten und auch den Angehörigen erledigt. Hier können sich Betroffene und auch Angehörige genauer über die Möglichkeiten einer derartigen Betreuung durch einen Pflegedienst informieren.

* Bildquelle: Werner Fellner – fotolia.com

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