Kahnbeinbruch – komplizierte Fraktur eines Handwurzelknochens


Oft ist ein Kahnbeinbruch nicht einmal auf dem Röntgenbild ersichtlich*

Oft ist ein Kahnbeinbruch nicht einmal auf dem Röntgenbild ersichtlich*

Zwar gibt es den Knochen namens Kahnbein auch am Fuß, meistens ist jedoch der namensidentische Knochen an der Handwurzel gemeint. Dieser ist deshalb so wichtig weil er eine grundlegende Rolle für die Dynamik und Stabilität der Hand spielt. Eine der häufigsten Ursachen für einen Bruch des Kahnbeins (Skaphoidfraktur) stellt der Sturz auf die flache Hand dar, wenn sie in Richtung des Handrückens gebogen wird. Zu den am weitesten verbreiteten Irrtümern in Bezug auf einen Kahnbeinbruch ist, dass es sich um eine Stauchung des Handgelenks handelt. Dies resultiert daraus, dass im weiteren Verlauf der Verletzung oft nur noch leichte Schmerzen am Handgelenk vorhanden sind.

Was ist das Kahnbein und was macht den Bruch so kompliziert?

Das Kahnbein befindet sich zwischen der Speiche (Radius) und dem ersten Mittelhandknochen (Daumenstrahl) und verbindet verbindet das Handgelenk mit der Mittelhand. Eine Fraktur des Kahnbeins gehört zu den häufigsten Brüchen im Bereich des Handwurzelknochens und ist deshalb so Risikoreich weil die versteckte Lage es häufig sehr schwierig macht, den Bruch als solchen überhaupt auszumachen. Wird ein Kahnbeinbruch zu spät erkannt kommt es häufig zu sogenannten Fehlheilungen aufgrund des falschen Zusammenwachsens, die zu einer sogenannten Pseudoarthrose führen kann.

Eine der Auswirkungen einer solchen fälschlichen oder auch fehlenden Diagnose kann eine unzureichende Durchblutung des Knochens oder auch eine fehlende Knochenheilung darstellen, die über Jahre hinweg schließlich zu Folgeschäden wie Gelenkverschleiß und damit verbundenen ständigen Handgelenksbeschwerden führen können.

Symptome und Diagnose des Kahnbeinbruches

Zu den Symptomen eines Kahnbeinbruches der Hand gehören vor allem Schwellungen und Schmerzen bei der Bewegung von Handgelenk und Daumen.

Vor allem bei jungen Menschen, die viel Sport treiben, sollte in solchen Fällen der Fokus immer auch auf das Kahnbein gelegt werden, bei älteren Menschen hingegen ist eine solche Fraktur seltener der Fall, hier sind häufiger Speiche und Elle betroffen. Zur Diagnose dient vor allem die Zuhilfenahme einer Röntgenaufnahme, zusätzlich können noch Magnetresonanztomographie oder Computertomographie eine Rolle spielen. Die Problematik bei der Diagnose liegt in vielen Fällen darin, dass ein frischer Kahnbeinbruch auf der Röntgenaufnahme auch aus verschiedenen Richtungen oft nicht nicht ersichtlich ist, selbst eine CT-Aufnahme liefert hier keine zuverlässigen Bilder. Erst nach ca. 8 bis 10 Tagen, wenn sich die Bruchenden verlagert haben, ist oft eine Diagnose möglich.

Welche Arten der Behandlung sind möglich?

Die Behandlung der Fraktur richtet sich im Normalfall nach der Form des Bruches sowie der Ausrichtung der Bruchstücke zueinander. Nicht immer ist eine Operation notwendig, handelt es sich um einen unverschobenen Bruch, genügt hierbei oft bereits das einfache Ruhigstellen. Dieses kann wahlweise durch das Anlegen eines Gips- oder auch Kunststoffverbandes erfolgen.

Ein minimalinvasiver operativer Eingriff, der lediglich einen kleinen Hautschnitt erfordert, ist beispielsweise angeraten, wenn es sich um eine besondere Bruchform oder auch leicht verschiedene Bruchstücke handelt, hier wird meist mit dem Einsatz von Schrauben gearbeitet. Lediglich bei stark verschobenen oder gesplitterten Brüchen ist es notwendig, diese offen einzurichten, was durchaus eine Ruhigstellung von ca. vier Wochen erforderlich macht, da bei diesem Eingriff auch Bänder und Kapseln durchtrennt werden müssen.

In der Regel werden das Handgelenk sowie der Unterarm für den Zeitraum der Heilung mit einer Gipsschiene fixiert, im Anschluss an die Heilungsphase folgt eine Reha oder Physiotherapie, die vor allem dazu dient, die Ursprüngliche Beweglichkeit nach und nach wieder her zu stellen.

Kahnbeinbruch: Wissenswertes und Prognose

Um Komplikationen zu vermeiden bzw. rechtzeitig zu erkennen wird während der Heilungsphase regelmäßig eine Röntgenaufnahme angefertigt. Handelt es sich um einen komplizierten Bruch, bei dem die Gefahr bleibender Beschwerden besteht, kann unter Umständen eine Reihe von weiteren Eingriffen nötig sein.

Sind diese Eingriffe überstanden oder hat der Betroffene Glück und es bleibt bei einem unverschobenen Bruch sind die Heilungschancen normalerweise sehr günstig und die Beweglichkeit kann spätestens nach finalen krankengymnastischen Übungen wieder vollständig hergestellt werden. Auch eventuelle Schwellungen und Taubheitsgefühle sollten spätestens nach ein paar Monaten wieder völlig verschwunden sein.

* Bildquelle: Alex_Koch / pixabay.com

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