Herzgesundheit, Cholesterin, Ubiquinol


Gesundheit in allen Generationen - apotheken-wissen.de

Antioxidatien für die Gesundheit in allen Generationen *

In unserem Artikel über Sportlerernährung haben wir den menschlichen Körper mit einer geölten Maschine verglichen, die verschiedene Grundsubstanzen – Mikronährstoffe – benötigt, um rundzulaufen. Zu den Mikronährstoffen zählen Mineralien, Spurenelemente, Fettsäuren und Vitamine sowie vitaminoide Substanzen wie etwa Ubiquinol, die aktive Form von Coenzym Q10. Vielen ist Coenzym Q10 aus der Werbung für Anti-Ageing-Cremes bekannt. Dabei spielt das natürlich im Organismus vorkommende Antioxidans bei der Energieversorgung der Zellen und beim Zellschutz eine viel größere Rolle. Was ist dran an Ubiquinol?

Die Hauptaufgabe von Ubiquinol besteht in der Steuerung der Atmungskette und in der Gewinnung von ATP (Adenosintriphosphat) aus der Nahrung, dem Energieträger in unseren Zellen. Die meiste Energie beanspruchen unser Gehirn, das Herz und die Muskulatur. Liegt ein Energiemangel vor, sind wir erschöpft und unsere Organe laufen nicht mehr rund, um das Bild der gut geölten Maschine noch einmal zu bemühen. Zusammen mit den Vitaminen C und E schützt Ubiquinol die Zellen vor freien Radikalen.

Studien zufolge existiert ein Zusammenhang zwischen der Ubiquinol-Konzentration und folgenden Indikationen: Herzgesundheit, Durchblutungsstörungen, Statin-Behandlung (Cholesterin), Diabetes, Autismus, Fibromyalgie und der Fruchtbarkeit von Spermien.

Begriffserklärung: Coenzym Q10, Ubichinon, Ubiquinol

Coenzym Q10 ist eine stark fettlösliche Substanz, die in allen menschlichen Zellen ubiquitär (lat. ubique = „überall“) nachweisbar ist. Als Elektronenüberträger ist Q10 funktioneller Bestandteil der Atmungskette und trägt zur Energiebereitstellung durch ATP-Bildung bei. Der Organismus bildet es selbst. Coenzym Q10 existiert in drei Formen: Ubichinon, Semichinon und Ubichinol (Ubiquinol). Ubichinon ist die vollständig oxidierte, Semichinon die teilweise reduzierte und Ubiquinol die vollständig reduzierte, aktive Form des Coenzym Q10. „Aktiv“ heißt in dem Zusammenhang, dass der Körper Ubiquinol direkt verwerten kann und nicht erst umwandeln muss.

Begriffsklärung: Oxidativer Stress

Der Begriff Oxidation steht im klassischen Sinn für die chemische Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff. Wie wir wissen, werden Sauerstoffradikale für Zellschäden verantwortlich gemacht. Sie entstehen unter anderem im Körper selbst als Nebenprodukt des Stoffwechsels. Ihre Gegenspieler sind die Antioxidantien.

Vereinfacht gesagt: Sind freie Radikale und Antioxidantien im Ungleichgewicht, spricht man von oxidativem Stress. Die Folge: Abwehrkräfte und Leistungsfähigkeit werden geschwächt, Alterungsprozesse und die Entstehung chronischer Krankheiten (z. B. Diabetes) werden begünstigt.

Wodurch entsteht ein Ubiquinol-Mangel?

Wie beschrieben, bildet der gesunde Organismus Coenzym Q10 und Ubiquinol selbst, zudem erhält er es über die Nahrung zugeführt. Ubiquinol steckt zum Beispiel in Rind- und Schweinefleisch (vor allem in Innereien), Geflügelfleisch, Sardinen, Makrelen, Thunfisch, Mandeln, Walnüssen, Sojabohnen, Sprossen und einigen Gemüsesorten. Die tägliche über die Nahrung aufgenommene Menge der Substanz liegt jedoch nur zwischen 2–20 mg. Für eine ausreichende Versorgung müsste man unglaublich große Mengen essen, beispielsweise 60 Avocados am Tag.

Infografik Abnahme Antioxidantien mit zunehmendem Alter

Ubiquinol-Abnahme in Geweben mit zunehmendem Alter **

Ab etwa 40 Jahren beginnt die körpereigene Produktion langsam nachzulassen. Beeinflusst wird der Ubiquinol-Spiegel im Blut zudem von Medikamenten, etwa Statinen (Cholesterin-Senkern), die in der Langzeittherapie für Cholesterinpatienten eingesetzt werden. Ein zu hoher LDL-Cholesterinspiegel gilt als bedeutendster Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen. Die Aufgabe der Statine ist es, die Cholesterinsynthese im Körper zu blockieren und so den Cholesterinspiegel im Normbereich zu halten. Allerdings ist der Bildungsweg des Cholesterins teilweise identisch mit dem der körpereigenen Ubiquinol-Produktion, weshalb auch dessen Bildung gehemmt wird. Nicht nur in der Statin-Therapie wird Mangelerscheinungen deshalb durch die gezielte Nahrungsergänzung mit Ubiquinol entgegengewirkt.

Indikation Statin-Therapie

Etwa ein Zehntel der Patienten, die über Jahre hinweg Statine einnehmen, klagen über Nebenwirkungen wie Müdigkeit, sinkende Leistungsfähigkeit, Muskelkrämpfe oder –schmerzen. Die Essener Internistin Dr. med. Beate Jäger, Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF e.V. (Lipid-Liga), setzt Q10 und Ubiquinol seit 1993 in der Behandlung von Statin-Patienten ein, die unter Myopathien (Muskelerkrankungen) leiden.

Jäger zufolge würden bereits nach einer Woche Supplementation rund 80 Prozent der Patienten über eine Verbesserung ihres Zustands berichten. Sie rät vor allem Patienten mit Vorerkrankungen wie Arteriosklerose, koronaren Herzerkrankungen, peripheren Durchblutungsstörungen und Diabetes, ihren Ubiquinol-Spiegel überprüfen lassen.

Q10 als „Herzvitamin“

Vor Jahrzehnten bereits hat der dänische Forscher Svend A. Mortensen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Q10 und Herzinsuffizienz hingewiesen. Oxidativer Stress begünstigt die Herzschwäche. Auf einem Kongress der europäischen Gesellschaft für Kardiologie präsentierte der Wissenschaftler 2013 seine Langzeitstudie zur Q10-Behandlung über zwei Jahre bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz. Danach konnte sowohl die Sterblichkeitsrate als auch die Rate schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse innerhalb der mit Q10 behandelten Patientengruppe signifikant gesenkt werden.

Ubiquinol im Leistungssport

Wie wir bereits in unserem Gesundheitsbeitrag über orthomolekulare Medizin dargelegt haben, entscheidet die richtige Sportlerernährung über Leistungsfähigkeit, Regeneration und Widerstandskraft. Intensiver Freizeit- oder Leistungssport führt in den Zellen durch die erhöhte Sauerstoffzufuhr zu oxidativem Stress. Wer sich überbeansprucht, riskiert einen Leistungsabfall. Von japanischen Profi-Athleten ist bekannt, dass sie ihre Energiereserven durch die Nahrungsergänzung mit Ubiquinol steigern. Auch deutsche Spitzensportler, zum Beispiel Gewichtheber der Nationalmannschaft, verwenden Ubiquinol ganz offiziell.

Indikation unerfüllter Kinderwunsch

Viele Faktoren beeinflussen die männliche Zeugungsfähigkeit. Hinzu kommt der Trend zu einer immer späteren Vaterschaft. Ab etwa 30 Jahren jedoch nimmt die Qualität der Spermien kontinuierlich ab. Während ein Großteil der Behandlungsmaßnahmen bei unerfülltem Kinderwunsch sich auf die Frau konzentriert, ist eher wenig bekannt, dass auch die Spermienqualität, insbesondere deren Beweglichkeit, verbessert werden kann. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich die Aktivität der Spermien unter der Einnahme von Ubiquinol deutlich steigern lässt.

Ubiquinol-Mangel abklären und behandeln

Beim gesunden Menschen liegt der untere Normwert des Coenzym Q10 bei 0,85 mg/ml Blutserum. Sinkt der Q10-Wert unter einen bestimmten Schwellenwert, lassen die Organfunktionen nach und es kommt zu Erschöpfungszuständen. Um einen möglichen Mangel ausgleichen zu können, bedarf es, wie erwähnt, großer Mengen an Nahrungsmitteln, die Q10 und Ubiquinol enthalten. Einfacher lässt sich ein Mangel durch die Einnahme von bioverfügbarem Ubiquinol ausgleichen. Der natürliche Vitalstoff wird durch Hefefermentation gewonnen und hat keinerlei Nebenwirkungen.

Blutplasmaspiegel überprüfen lassen

Wer also auf Leistungssportlerniveau trainiert, unter Herzschwäche leidet, regelmäßig Statine einnimmt oder unter den erwähnten Symptomen leidet, sollte vom Arzt den Ubiquinol-Spiegel im Blut bestimmen lassen. Unter ärztlicher Begleitung kann der Blutwert durch die gezielte Einnahme von Ubiquinol angehoben werden. Der Gesundheitszustand kann deutlich verbessert werden, wenn der Q10-Blutplasmaspiegel auf mindestens 3,5 μg/ml steigt – diese Werte können mit Ubiquinol leichter erreicht werden als mit herkömmlichem Coenzym Q10.

Behandlungsziel entscheidet über die Dosis

Eine Supplementierung ist von der Ausgangsbasis – den Symptomen und Blutwerten – abhängig. Während ein älterer Mensch ohne besondere Erkrankungen mit einer Tagesdosis von 50–100 mg einem altersbedingten Mangel vorbeugen kann, können andere Ausgangssituationen eine wesentlich höhere Dosierung bedingen. Für Spitzensportler, Herzpatienten und andere Patienten, die von einer Supplementierung profitieren würden, wird die Dosis vom begleitenden Arzt entsprechend angepasst und gesteigert.

Weitere Informationen: www.ubiquinol.info

* Bildquelle: WavebreakMediaMicro / Fotolia.com
** Bildquelle: © Kaneka

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