Gürtelrose / Herpes zoster


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An der Gürtelrose (Herpes Zoster) können Menschen erkranken, die früher die Windpocken hatten. In Deutschland sind es über 300.000 Menschen im Jahr, die an der Gürtelrose erkranken. Wichtig, da ansonsten die Gefahr einer chronischen Nervenerkrankung besteht: eine Gürtelrose sollte so früh wie möglich diagnostiziert und behandelt werden.

1. Gürtelrose Symptome / Herpes zoster Symptome

Die Symptome einer Gürtelrose / Herpes zoster zeigen sich im Verlauf von ca. 3-4 Tagen: Es beginnt mit einem leichten Juckreiz am Rücken, setzt sich fort mit Brennen und Stichen der betroffenen Stelle und wird dann ein eindeutiges Gürtelrose Symptom, wenn sie Bläschen und Pusteln auf der Haut bilden. Zumeist wie ein Band am Oberkörper, den Seiten des Rumpfs oder am Brustkorb.

2. Gürtelrose Auftreten / Herpes zoster Auftreten


Nur Menschen, die früher einmal bereits die Windpocken hatten, können Opfer einer Gürtelrose werden. Da die Windpocken sehr verbreitet sind betrifft dies etwa 90% aller Erwachsenen. Auslöser der Krankheit ist der Varizella-Zoster-Virus, der raffiniert ist: Erstmalig mit diesem Virus infiziert, erkrankt man an Windpocken. Nach Gesundung von den Windpocken ist der Varizella-Zoster-Virus aber weiterhin im Körper, und das ein Leben lang: er wandert in die Nervenwurzeln des Rückenmarks, setzt sich dort fest und verbleibt zunächst in einem Ruhezustand. Ein geschwächtes Immunsystem (beispielsweise durch Krankheiten, Operationen, Stress etc.) kann sie wieder aktiv werden lassen. Somit gilt auch: da mit zunehmenden Alter unser Immunsystem schwächer wird, sind ältere Menschen häufiger Betroffene der Gürtelrose.

3. Gürtelrose Erscheinungsbild / Herpes zoster Erscheinungsbild

Hautstellen, die von den Nerven mit den eingelagerten Varizella-Zoster-Viren versorgt werden, entzünden sich. Zunächst entsteht Juckreiz, dann ein schmerzendes Stechen und Brennen, danach bilden sich Bläschen. Unrichtig ist die Aussage des Volksmundes, dass ein Mensch stirbt, wenn das Band der Gürtelrose den Körper komplett umrundet.

Der Brustkorb und die Rumpfseiten sind die am häufigsten betroffenen Körperstellen. Aber: da es Nerven im ganzen Körper gibt, können die Varizella-Zoster-Viren eine Herpes-Zoster-Infektion auch an anderen Stellen (Auge, Ohr, innere Organe) auslösen.

4. Ansteckung durch Gürtelrose / Herpes zoster Ansteckung

Die Bläschen sind dabei nicht nur unschön, sondern enthalten auch die Varizella-Zoster-Viren und ihr Inhalt ist somit auch Überträger der Varizella-Zoster-Viren bei einem direkten Kontakt. Übertragen werden somit Windpocken bei Menschen ohne bisherige Windpocken bzw. Gürtelrose / Herpes zoster bei Menschen mit einer Windpocken-Vorerkrankung. Einer Ansteckung wird neben einer entsprechenden Distanz das sorgfältige und komplette Abdecken der betroffenen Körperstellen vorgebeugt. Die Ansteckungsgefahr ist dann vorbei, wenn nach ca. ein bis eineinhalb Wochen die Bläschen zu Schorf werden. Die betroffenen Hautstellen sind nach ca. 3 Wochen abgeheilt.

5. Behandlung Gürtelrose / Herpes zoster Therapie

Wirkstoffe wie Acicovir, Brivudium oder Faciclvir werden als Virostatikum in Form von Tabletten ca. eine Woche lang genommen. Diese Medikation dämmt die Varizella-Zoster-Viren ein und bremst und lindert somit die Gürtelrose. Die betroffenen Hautstellen werden mit schmerzstillenden Salben unterstützt. Bettruhe ist nicht in jedem Fall angezeigt. Empfindlichkeit und Schmerzen sind aber oft so stark, dass sie unterstützt. Menschen mit einem besonders geschwächtem Immunsystem werden nicht antiviral sondern mit Infusionen therapiert.

Theoretisch kann man sich also wiederkehrend mit eine Gürtelrose infizieren. Aber: die meisten Menschen erkranken an einer Gürtelrose nur einmal in ihrem Leben.

6. Post-Zoster-Neuralgie

Die Leidenszeit durch eine Gürtelrose / Herpes Zoster kann sich auch nach dem Abheilen der Hautstellen noch Wochen und Monate fortsetzen. Denn es handelt sich um ein Nervenkrankheit, wobei die betroffene Haut eben nur der äußere Blick auf die Krankheit ist. Die hinführenden Nerven können auch nach dem Abheilen der Bläschen weiterhin geschädigt sein – bis hin zu einer chronischen Nervenerkrankung und einer Veränderung des gesamten Schmerzsystems des Körpers. Um das Ausmaß dieser Schädigungen einzudämmen, ist eine möglichst frühe Diagnose und Therapie angeraten. Zur Therapie der Post-Zoster-Neuralgie werden Medikamente eingesetzt, die auch bei Epilepsie oder Depressionen verabreicht werden – auch wenn sie erst zeitverzögert ihre Wirkung zeigen und die richtige Dosierung gefunden werden muss.

Bildquelle:
* Herpes Zoster; Wikipedia; Fisle; Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 deKurz

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