Gesundheitsreport 2015: Entwicklung der Krankmeldungen 2014


apotheken-wissen.de berichtet bereits über den Gesundheitsreport 2013 der DAK-Gesundheit und damit über die Entwicklung und Gründe der Krankmeldungen im Jahr 2012. Von daher erscheint es sinnvoll, zwei Jahre später einmal zu schauen, was der entsprechende Gesundheitsreport 2015 sagt und damit welche Entwicklungen sich bei den Krankmeldungen im Jahr 2014 ablesen lassen. Darüber hinaus stellt  der Gesundheitsreport 2015 das Sonderthema „Doping im Job nimmt deutlich zu“ in den Vordergrund. Stress, Leistungsdruck, Überforderung. Immer mehr Erwerbstätige haben das Gefühl, den Anforderungen ihres Berufes nicht gewachsen zu sein. Die DAK-Gesundheit ermittelte über die Standardanalysen für den aktuelle Gesundheitsreport hinaus, dass nicht weniger als ca. drei Millionen Beschäftigte in Deutschland leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente nehmen. Pharmakologisches Neuroenhancement nennen das die Experten.

Krankenstand 2014 gesamt und nach Branchen

Der jährlich erscheinende Gesundheitsreport analysiert die Daten zur Arbeitsunfähigkeit aller bei der DAK-Gesundheit versicherten Berufstätigen. Hierfür hat die DAK-Gesundheit Arzneimitteldaten von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten durch das IGES Institut in Berlin analysiert und zusätzlich mehr als 5.000 Berufstätige im Alter von 20 bis 50 Jahren befragt.

Infographik Krankmeldungen 2014 in der Übersicht - apotheken-wissen.de

Infographik Krankmeldungen 2014 gesamt und nach Branchen *

Im Jahr 2014 ist der Krankenstand nach einem Anstieg im Vorjahr wieder um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Der Krankenstand im Jahr 2014 lag somit bei 3,9 Prozent (2013: 4,0 Prozent). Nahezu jeden zweiten Arbeitnehmer hat eine Arbeitsunfähigkeit (AU) im Jahr 2014 getroffen, dabei war der  durchschnittliche Arbeitnehmer ca. 12 Tage arbeitsunfähig / krank geschrieben. Beide Werte befinden sich dabei annähernd auf dem gleichen Niveau wie die Werte der Vorjahre.

Die Branchen „Verkehr, Lager und Kurierdienste“,„Gesundheitswesen“ und „Öffentliche Verwaltung“ lagen mit einem Krankenstandswert von 4,5 Prozent deabei an der Spitze und somit eindeutig über dem Durchschnitt aller Branchen. Unter dem Durchschnitt lagen die Branchen „Sonstiges verarbeitendes Gewerbe“ und „Handel“ mit jeweils 3,8 Prozent sowie „Sonstige Dienstleistungen“ mit 3,7 Prozent. Am anderen Ende der Skala befinden sich die Branchen „Rechtsberatung und andere Unternehmensdienstleistungen“ und „Banken, Versicherungen“ (jeweils 3,1 Prozent) sowie „Bildung, Kultur, Medien“ mit einem deutlich unterdurchschnittlichen Krankenstand in Höhe von 3,0 Prozent.

Blickt man in die Bundesländer stellt man fest, dass wie schon in den Vorjahren Baden-Württemberg und Bayern mit einem Krankenstand in Höhe von 3,3 Prozent und 3,4 Prozent die niedrigsten Werte aufweisen, gefolgt von Hamburg mit ebenfalls deutlich unterdurchschnittlichen 3,5 Prozent. 2014 lag der Krankenstand im Saarland wieder Jahr wieder mehr als 0,3 Prozentpunkte über dem Durchschnitt, und in Ostdeutschland können allgemein über dem Bundesdurchschnitt liegende Krankenstände beobachtet werden.

Krankenstand 2014 nach Diagnosen

Infographik Krankmeldungen 2014 nach Krankheiten / Diagnosen - apotheken-wissen.de

Infographik Krankmeldungen 2014 nach Krankheiten / Diagnosen *

Weiterhin gibt es drei eindeutige Spitzenreiter für die Gründe einer Arbeitsunfähigkeit (AU). Erstmals im Jahr 2012 und seither weiterhin belegen die psychische Erkrankungen den zweiten Platz vor den Krankheiten des Atmungssystems. In Summe entfielen also auf den Spitzenreiter Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, den psychische Erkrankungen sowie Erkrankungen des Atmungssystems 2014 mehr als die Hälfte (53,0 Prozent) aller Krankheitstage:

Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems lagen mit 22,7 Prozent und über 3 Arbeitsunfähigkeitstagen pro ganzjährig Versichertem wieder an der Spitze aller Krankheitsarten. Im Vorjahr entfielen leicht weniger Erkrankungstage auf diese Diagnose. Die psychische Erkrankungen verursachen mittlerweile bereits 16,6 Prozent des Krankenstandes. 2014 gab es aufgrund von psychischen Erkrankungen im Schnitt gut 2 Arbeitsunfähigkeitstage pro ganzjährig Versichertem. Krankheiten des Atmungssystems lagen mit einem Anteil von rund 14 Prozent hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Krankenstand an dritter Stelle.

* Bild- und Textquelle: DAK-Gesundheit
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