Gehörgangsentzündung – wie bekommt man sie schnell weg?


Gehörgangsentzündung mit Ekzem an der Ohrmuschel

Gehörgangsentzündung mit Ekzem an der Ohrmuschel *

Eine Gehörgangsentzündung, auch Otitis externa genannt, kann schmerzhaft und langwierig sein. Was also tun, wenn gerade kein Arzt erreichbar ist und wie sieht eine Behandlung der Entzündung normalerweise aus? In der Regel entsteht die Gehörgangsentzündung durch eine Infektion des Gehörgangs, wenn dort eine kleine Verletzung vorhanden ist und/oder Pilze oder Bakterien eindringen. Dann kommt es zur Entzündung und den damit verbundenen starken Ohrenschmerzen. Häufig bekommt man eine Gehörgangsentzündung nach dem Schwimmen oder Tauchen, sie kann auch entstehen, wenn man das Ohr zu oft reinigt. Die Behandlungsmethoden sind recht vielfältig und richten sich nach Ursache und der Schwere der Entzündung. Salben oder Tropfen mit Antibiotika, Kortison oder anderen Wirkstoffen gegen die Erreger werden häufig verabreicht, meistens in Kombination mit schmerzstillenden Medikamenten wie Aspirin oder Ibuprofen. Bei einer leichten Gehörgangsentzündung können auch Globulis und Hausmittel helfen. In jedem Fall sollte aber ein HNO-Arzt konsultiert werden, da eine nicht fachgerecht behandelte Gehörgangsentzündung Komplikationen verursachen kann. Beispielsweise besteht die Gefahr, dass sie auf das Trommelfell übergreift oder eine Eiteransammlung auftreten kann, sodass sich auch noch Ohrspeicheldrüse und Ohrmuschel entzünden. Wird die Gehörgangsentzündung nicht verschleppt, heilt sie aber ohne Konsequenzen wieder aus.

Wie entsteht die Gehörgangsentzündung?

Bakterien und Pilze, die in die Ohren eindringen, mögen ein feuchtwarmes Klima sehr gerne. Daher tritt eine Gehörgangsentzündung häufig nach dem Schwimmbad- oder Saunabesuch oder nach dem Tauchen auf. Auch bei der Ohrreinigung mit einem Wattestäbchen kann eine Gehörgangsentzündung entstehen. Doch unvorsichtiges Reinigen kann eine kleine Verletzung in der Gehörgangshaut entstehen, durch die sehr leicht Keime eintreten können. Wer zu oft reinigt, entfernt den Ohrenschmalz zu gründlich, da dieser eigentlich als Schutz für das Ohr da ist und Pilze und Baktieren abtötet. Auch aus einer Mittelohrentzündung kann gelegentlich eine Gehörgangsentzündung entstehen, wenn viel Sekret abgesondert wird. Eine weitere Risikoquelle sind Ohrstöpsel oder Ohrhörer, die das Ohr nicht optimal belüften und sich somit mehr Feuchtigkeit ansammeln kann, insbesondere beim Musikhören während des Sports oder im Sommer, wenn man schwitzt.

Symptome der Gehörgangsentzündung

  • zu Beginn: heftiger Juckreiz im Gehörgang
  • starke und oft stechende Ohrenschmerzen, die sich beim Bewegen der Ohrmuscheln wie z.B. beim Kauen oder Sprechen verstärken
  • Flüssigkeit/Sekret im Gehörgang
  • Anschwillen oder Zuschwillen des Gehörgangs, Hörminderung
  • eventuell Fieber

Wie erfolgt die Diagnose der Gehörgangsentzündung?

Der HNO-Arzt kann die Gehörgangsentzündung recht schnell feststellen, wenn er einen Blick in den Gehörgang wirft. Ist dieser gerötet und geschwollen, bestätigt sich die Diagnose. Auch können Sekret oder Verunreinigungen sichtbar sein. Mit einem Abstrich und einer anschließenden Laboruntersuchung kann der HNO-Arzt feststellen, welche Erreger die Entzündung ausgelöst haben. Auch Blutuntersuchungen können Aufschluss geben, da dann die Entzündungswerte erhöht sind.

Behandlung der Gehörgangsentzündung

Zunächst reinigt der Arzt den Gehörgang vorsichtig von Schmutz und angesammeltem Sekret mit einem kleinen Sauger. Damit die unangenehme Schwellung des Gehörgangs zurück geht, hilft eine kortisonhaltige Salbe. Handelt es sich bei dem für die Entzündung verantwortlichen Erreger um Bakterien, helfen Salben oder Ohrentropfen, die ein Antibiotikum enthalten; bei einer Pilzinfektion Antimykotika, welche die Pilze abtöten. Das Reinigen und die Behandlung mit Salben und Ohrentropfen muss in der Regel mehrfach wiederholt werden. Gegen die Schmerzen helfen Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen.

Schnelle Hilfe durch Hausmittel

Wenn ein Arztbesuch gerade nicht möglich ist, weil sich die Gehörgangsentzündung beispielsweise am Wochenende oder im Urlaub bemerkbar macht, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Entzündung mit Hausmitteln zu lindern. In jedem Falle sollte jedoch schnellstmöglich der Facharzt konsultiert werden, weil Hausmittel zwar Linderung verschaffen können, aber eine schwere Gehörgangsentzündung nicht beseitigen.

1. Klarer Alkohol mit mindestens 45 %, den Sie vorsichtig mit einer Einmalspritze in den Gehörgang träufeln, desinfiziert und hilft so, die Entzündung zu bekämpfen.

2. Ein Wickel mit Teebaumöl und heissem Wasser wirkt ebenfalls antiseptisch und schmerzstillend. 10-15 Tropfen Teebaumöl in einen halben heisses Wasser geben und ein Tuch damit tränken, auswringen und dann noch warm auf das Ohr legen.

3. Die Zwiebel ist bei Entzündungen ein beliebtes Heilmittel. Auch bei der Gehörgangsentzündung können die ätherischen Öle helfen, wenn man sie klein schneidet, in ein Baumwolltuch oder Küchenrolle wickelt und auf das Ohr legt.

4. Alternativ kann man auch einen Kamillenteebeutel oder Johanniskrautteebeutel verwenden, den man aufbrüht und nach dem Abkühlen und Abtropfen auf das Ohr legt.

5. Wer keine Ohrentropfen zur Hand hat, kann etwas Knoblauch pressen und den Saft mit lauwarmem Olivenöl vermischen und 1-2 Tropfen davon ins Ohr träufeln. Wie die Zwiebel wirkt auch Knoblauch desinfizierend, entzündungshemmend und schmerzlindernd.

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* Bildquelle:
Gehörgangsentzündung; Wikipedia / Klaus D. Peter, Gummersbach, Germany, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de / Kurz


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