Einnässen, wenn kleine Missgeschicke zum großen Problem werden


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Was tun, wenn Einnässen zum Problem wird, das behandelt werden muss? *

Ca. 640.000 Kinder über fünf Jahren leiden in Deutschland an Bettnässen. Das Thema Sauberkeitserziehung ist nicht in ein paar Tagen erledigt sondern ein Prozess, der sich nach und nach regelt und sowohl Eltern als auch Kinder vor eine ganz eigene Herausforderung stellt. In der Regel werden die meisten Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren „trocken“ jedoch hat jedes Kind seinen eigenen Rhythmus und so kann es durchaus auch länger dauern, bis das Kind erst tagsüber und schließlich auch nachts unfallfrei ohne Windeln auskommt.

Hintergrundwissen über das Einnässen

Das sogenannte Einnässen, auch Bettnässen bzw. in der Fachsprache  Enuresis genannt, kann immer wieder vorkommen, gerade wenn das Kind den Weg zur Toilette einmal unterschätzt oder auch aus anderen Gründen abgelenkt ist und dabei vergisst, dass es muss. Von einem grundsätzlichen Problem spricht man jedoch erst ab dem fünften Lebensjahr, vor allem wenn das Kind bereits eine Zeitlang trocken war und aus irgendeinem Grund, Sorgen etc. wieder in die Hosen macht. Hierbei macht es außerdem noch einen Unterschied, ob das Einnässen lediglich in der Nacht oder auch am Tag erfolgt.

Einnässen: Ursachen und Diagnose

Wenn ein Kind sich über das normale Maß hinaus in die Hosen macht, kann das verschiedene Gründe haben. Viele sind harmlos, häufiges Trinken und keine Toilette in der Nähe, einfaches Ablenken beim Spielen, ohne auf den Harndrang zu achten, oder auch sehr tiefer Schlaf sind hierbei keine Seltenheit. Es kann unter Umständen schon einmal länger dauern, bis das Kind auch im Schlaf registriert, dass es auf die Toilette muss. Durch das Führen eines Kalenders, in dem die Missgeschicke jeweils dokumentiert werden, kann der Arzt sich ein genaues Bild über die Situation machen und daraufhin entscheiden, welcher Ursachen und darauf folgend welcher Weg der Beste sein könnte.

Zunächst wird der Kinder- und Jugendarzt abklären, ob eine Fehlbildung im Urogenitaltrakt oder andere medizinische Ursachen vorliegen. Hierbei ist bereits eine vorherige Beobachtung von Bedeutung, die die Eltern über eventuelle Schmerzen beim Wasserlassen machen konnten, dies könnte beispielsweise einen Hinweis auf eine Harnwegsinfektion darstellen. Zeigen sich indes Manöver, bei dem das Kind gezielt einhalten will, kann dies indes auf psychische Störung hindeuten. Hierbei zeigt sich wieder einmal, wie wichtig es ist, sein Kind genau zu beobachten, da hier Symptome erkannt werden können, die der Arzzt anders nicht wissen kann und ihm somit unter Umständen entgehen.

Welche Formen und Hintergründe des Einnässens sind bekannt?

Kommt das Einnässen bei Kindern über fünf Jahren vor und geschieht dieses an mindestens zwei Nächten im Monat gilt die sogenannte Enuresis als eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Dies wurde durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt und stellt seither einen wichtigen Schritt in Sachen Behandlung und Aufklärung dar. Man unterscheidet hierbei generell die beiden Formen Primäre sowie Sekundäre Enuresis, wobei die erste Form meist von Geburt an ohne Unterbrechung besteht und sich ab dem fünften Lebensjahr lediglich auf eine nächtliche Inkontinenz beschränkt. Von einer Sekundären Enuresis spricht man hingegen, wenn das Einnässen nach einer Zeit, in der das Kind bereits trocken war, für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten plötzlich weitergeht, hierfür können beispielsweise einschneidende Erlebnisse wie ein plötzlicher Verlust oder die Scheidung der Eltern sowie Stress oder auch urologische Erkrankungen ursächlich sein.

Was kann man gegen das Einnässen tun?

Zunächst einmal ist etwas, was man als Elternteil in keinem Fall tun sollte: Schimpfen oder Vorwürfe machen. Dies kann dazu führen, dass eventuell ursächlicher Stress sich noch verschlimmert. Die Kinder erfahren hierdurch einen erhöhten Druck, was leicht in psychische Probleme umschlagen und den Zustand des Einnässens noch verschlechtern kann. Vielmehr sollten Eltern mit viel Verständnis reagieren und dem Kind die Angst nehmen, etwas böses getan zu haben. Häufig kann professionelle Hilfe in Form einer Psycho- oder auch Ergotherapie durchaus sinnvoll sein. Liegt dagegen eine medizinische Ursache vor, ist diese zu beheben. Wichtig ist vor allem Geduld, manche Probleme können sich im Laufe der Zeit auch von alleine lösen, da jedes Kind seinen eigenen Rhythmus hat und manche Kinder einfach länger brauchen, um trocken zu werden.

* Bildquelle: dagon / pixabay.com

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