Die Crystal Meth Droge – lebensgefährliche Sucht nach Chemie


Methylamphetamin-„Crystals“: So sieht die gefährliche Crystal Meth Droge aus

Methylamphetamin-„Crystals“: So sieht die gefährliche Crystal Meth Droge aus *

Die Crystal Meth Droge ist eine synthetische Partydroge, die nach einmaliger Einnahme süchtig macht und sehr gefährlich ist – sie ist die gefährlichste Droge, die es aktuell auf dem Markt gibt. Sie zerstört in kürzester Zeit nicht nur die Gesundheit, wobei kaputte Zähne, starker Gewichtsverlust und eitrige Pusteln noch zu den „geringfügigen“ Problemen gehören. Die chemische Zusammensetzung ist preisgünstig, wird meistens in Osteuropa illegal produziert und nach Deutschland geschmuggelt: Sie ist so für jedermann erschwinglich und zugänglich, weshalb sie meistens auf Partys konsumiert sind. Die Crystal Meth Droge löst eine euphorische Stimmung aus, verleiht kurzzeitig Energie und Zuversicht. Die Konsumenten sind häufig über mehrere Tage wach und haben kein Hunger- oder Zeitgefühl mehr. Sie erweckt eine sehr starkes Verlangen nach häufigerem und intensiverem Konsum, denn sobald die Wirkung und somit das Hochgefühl nachlassen, stellen sich Depressionen und Abgeschlagenheit ein.

Erscheinungsformen der Crystal Meth Droge

Chemisch gesehen handelt es sich um ein Methamphetamin, welches durch die Reduktion von Ephedrin gewonnen wird. Die Substanzen werden mehrfach umkristallisiert, sodass die Crystal Meth viel hochkonzentrierter ist als bspw. Speed. Aus der chemischen Reaktion enstehen farb- und geruchslose Kristalle, welche ähnlich wie kleine Glasspitter oder Eiskristalle aussehen.
Die Crystal Meth Droge wird in kleinen Glaspfeifen geraucht oder (seltener) zerkleinert geschnupft oder geschluckt. Der Rausch tritt sehr schnell ein: Geschnupft nach etwa 10-20 min, geschluckt nach 30-45 min und geraucht sogar unmittelbar nach wenigen Sekunden. Die Kristalle werden auch gelegentlich in Wasser gelöst und intravenös injiziert.

Herstellung von Crystal Meth


Die Herstellung von Crystal Meth ist bedauerlicherweise nicht kompliziert und wird in illegalen Laboren, meist in Osteuropa, insbesondere Tschechien, hergestellt. Süchtige versuchen auch, die Crystal Meth Droge selbst herzustellen, was bei falschem Umgang zu schweren Verletzungen wie z.B. Brandwunden und zu Explosionen führen kann. Die Bestandteile können leider problemlos und legal in Apotheken erworben werden, die benötigten Substanzen Ephedrin und Hyperephedrin sind in Hustensäften oder Erkältungspräparaten zu finden und werden mittels Jod bzw. Jodwasserstoff und Phosphor reduziert oder umkristallisiert. Wenigstens etwas: eine Apotheke muss melden, wenn jemand eine handelsunübliche Menge an Erkältungsmedikamenten kauft. Verhindert werden kann dadurch die Herstellung von Crystal Meth und die Einnahme der gefährlichen Droge allerdings nicht – wer will, kommt natürlich auch an größere Mengen von „Wick mediNait“ und Co.

Kurzfristige Wirkung der Crystal Meth Droge

  • Erhöhte Aufmerksamkeit, Glücksgefühl, gesteigerte Leistungsfähigkeit und Mut
  • geringes Schlafbedürfnis, die Konsumenten sind bis zu 3 Tage wach
  • gesteigertes Selbstbewusstsein
  • kein Hungergefühl
  • Verstärkung der sexuellen Lust
  • Halluzinationen

Gesundheitliche Folgen

  • durch die Halluzinationen nehmen viele krabbelnde Insekten unter und auf der Haut wahr und kratzen sich blutig
  • eitrige Pusteln und Ekzeme
  • Gewichtsverlust da kein Hungergefühl
  • Zahnausfall, da die Droge den Speichelfluss vermindert und sich somit vermehrt Bakterien bilden
  • Nierenschäden
  • neuronale Veränderungen – geistige Beeinträchtigungen, die bis zum Tod führen können
  • Wahnvorstellungen und Panik
  • Herzrhythmusstörungen
  • Depressionen, Selbstmordgedanken sind keine Seltenheit

Ursprung der Crystal Meth Droge

Der Wirkstoff der Crystal Meth Droge, Metamphetamin,  wurde erstmals 1893 von dem japanischen Chemiker und Pharmakologen Nagayoshi Nagai in flüssiger Form synthetisiert. Für den zweiten Weltkrieg wurde das Metamphetamin gezielt im Kampf für Soldaten eingesetzt unter dem patentierten Namen Pervitin®. Pervitin sollte die Soldaten aufputschen, mutiger und leistungsfähiger machen. So konnten sie, von Angst und Hunger „befreit“, trotz Schlafmangel viele Tage an der Front kämpfen. Daher ist die Pervitin® auch häufig als Nazi-Droge bekannt.

Suchthilfe

Informationen, Beratungsstellen und Notrufnummern bietet der gemeinnützigen Förderverein KEINE MACHT DEN DROGEN e. V.

 

Telefonische Sucht- und Drogenberatung, bundesweit: 01805 – 31 30 31 (14 ct/Min., Mobilfunkpreise abweichend)

Weitere Suchtnotrufnummern:
Suchtnotrufnummer Berlin: 030-19237
Suchtnotrufnummer Düsseldorf: 0211-32 55 55
Suchtnotrufnummer Essen: 0201-40 38 40
Suchtnotrufnummer Frankfurt: 069-6234 51
Suchtnotrufnummer Hamburg: 040-41 92 38 10
Suchtnotrufnummer Köln: 0221-19700
Suchtnotrufnummer München: 089-28 28 22
Suchtnotrufnummer Nürnberg: 0911-19237

Die Telefonseelsorge bietet eine kostenlose und anonyme Beratung rund um die Uhr und kann an geeignete Beratungsstellen weiter verweisen. Tel. 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 (kostenlos)

Bildquelle: Crystal methamphetamine; Wikipedia / United States Federal Government, Lizenz: gemeinfrei

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