China-Restaurant-Syndrom: Mythos oder fundierte Erkrankung?


Wenn ein Abend im Restaurent unangenehme Folgen hat *

Kann ein Abend im China-Restaurant unangenehme Folgen haben? *

Viele haben es bereits erlebt: Ein schönes Essen im chinesischen Restaurant, ein angenehmer Abend mit Freunden und Familie und Minuten oder auch Stunden später stellen sich Beschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit, Schwellungen im Gesicht, ein unangenehmes Kribbeln im Mund oder gar Juckreiz und Herzklopfen ein. Doch wo genau liegt die Ursache? Dieser Gesundheitsratgeber handelt von einem Syndrom mit einem eher ungewöhnlichen Namen …

China-Restaurant-Syndrom?

Magenschmerzen, Übelkeit, Juckreiz, Herzklopfen, Schwellungen im Gesicht oder auch ein unangenehmes Kribbeln im Mund … es scheint das vor kurzem genossene Essen im China-Restaurant gewesen zu sein? Und wie kommt es, dass wir trotzdem immer wieder zum chinesischen Essen zurück kehren, anstatt es zu meiden? Mit den Vorsätzen, es nie wieder zu tun, verhält es sich oft ähnlich wie nach einem schlimmen Kater: sind die Schmerzen nach ein paar Stunden wieder verschwunden schwinden nach und nach auch die Bedenken und übrig bleibt vor allem eine Erkenntnis: Man mag chinesisches Essen und es war ein netter Abend, den man bald wiederholen sollte.

Was genau ist ursächlich für die Beschwerden?

Der Begriff China-Restaurant-Syndrom stammt aus den 70er Jahren, da in dieser Zeit die ersten chinesischen Restaurants öffneten. Häufig wird eine sogenannte Glutamatunverträglichkeit als Ursache für die Beschwerden genannt, dieses ist allerdings umstritten und wurde bisher nicht wissenschaftlich bewiesen. Dies liegt vor allem daran, dass die Unverträglichkeitsreaktionen bei der asiatischen Bevölkerung in den jeweiligen Ländern nicht auftreten.

Als unumstritten gilt dagegen, dass die Symptome durchaus durch das chinesische Essen ausgelöst werden. Neben dem Glutamat können beispielsweise Histamin oder ein hoher Fett- bzw. Natriumgehalt zu den möglichen Auslösern gehören, ebenfalls ist eine Wechselwirkung zwischen diesen Inhaltsstoffen und dem Glutamat möglich. Fakt ist, dass es Menschen gibt, die generell empfindlicher auf Glutamat im Essen reagieren als andere, daher kann auch die Reaktion auf die enthaltenen Zutaten durchaus verschieden ausfallen.

Diagnose und Therapie

Besteht der berechtigte Verdacht auf eine Unverträglichkeit auf chinesische Speisen sollte dieser in jedem Fall durch einen Arzt überprüft werden. Dieser wird vor der eigentlichen Untersuchung die genauen Symptome sowie die bisherige Krankengeschichte erfragen. Teil dieser Prozedur sind in der Regel Fragen nach bekannten Erkrankungen wie Asthma, Stress bzw. Depressionen, eventuellen medikamentösen Behandlungen oder auch Unverträglichkeiten auf Haustiere oder Blütenpollen, um andere Allergien als Auslöser zu eliminieren.

Durch einen sogenannten Pricktest können noch weitere Allergien / Nahrungsmittelintoleranzen wie bspw. gegen Nüsse als Ursache ausgeschlossen werden. Eine finale Bestätigung erfolgt schließlich durch eine Provokationsdiagnose, bei der unter ärztlicher Aufsicht eine gewisse Menge der verdächtigen Substanzen verzehrt wird. Wurde das chinesische Essen als definitiver Übeltäter identifiziert, besteht die beste und auch einzige Therapie darin, dieses zukünftig zu vermeiden. Besonders chinesische Suppen und auch Würzsaucen wie vor allem die Sojasauce enthalten besonders viel Glutamat, Betroffene sollten also besonders darauf achten, diese zu meiden.

Gibt es Möglichkeiten der Vorbeugung?

Zwar halten die Symptome normalerweise höchstens ein paar Stunden an, unangenehm sind sie jedoch allemal. Daher ist es für Betroffene sinnvoll, die Zutatenlisten genau zu studieren und ggf. ein anderes Restaurant oder eine andere Speise zu wählen. Vor allem im Falle bereits bekannter Allergien sollte dringend auf den Verzehr chinesischer Lebensmittel verzichtet werden. Eine wirkliche Form der Vorbeugung gibt es jedoch nicht, da solche Unverträglichkeiten meist bereits im Kindesalter bestehen.

Durch vorsichtiges Ausprobieren ist es jedoch möglich, für sich selber herauszufinden, in welchen Mengen die jeweiligen Zutaten vertragen werden. Da Substanzen wie der Geschmacksverstärker Glutamat nicht ausschließlich in chinesischem Essen, sondern beispielsweise auch in Fertigmahlzeiten vorkommen können, empfiehlt es sich, in schweren Fällen immer ein Auge auf die Zutatenlisten zu haben. Auch hier können böse Überraschungen lauern und im Zweifelsfall vermieden werden.

Medikamente gegen die Auswirkungen, die eine solche Unverträglichkeit mit sich bringt, gibt es bisher nicht, da sich die schädliche Auswirkung von Geschmacksverstärkern wie Glutamat bisher nicht wissenschaftlich erwiesen hat. Wichtig ist, darauf zu achten, ob und inwiefern gelegentliche Beschwerden nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmitteln immer wieder auftreten, nur auf diese Art und Weise ist es möglich, eventuelle Unverträglichkeiten festzustellen und die Auslöser zu meiden.

* Bildquelle: Meditations / pixabay.com

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