Bandscheibenvorfall – Wie kann ich meinen Rücken schützen?


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Bewegung und richtiges Sitzen sind die besten Vorbeuger eines Bandscheibenvorfalls *

Der Rücken wird oft sehr stiefmütterlich behandelt. Er ist halt da. Doch es gibt ausreichende Möglichkeiten, ihm Schaden zuzufügen. Ein Bandscheibenvorfall ist nicht immer das Ergebnis eines Unfalls oder einer falschen Bewegung. In sehr vielen Fällen wird er durch Bewegungsmangel, falsches Sitzen oder tägliche Überbelastung systematisch herangezüchtet. Eine weitere Ursache, die die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls noch deutlich erhöht, ist altersbedingter Verschleiß. In jedem Falle sollte man Warnsignale des Rückens nicht ignorieren und bei Beschwerden besser früher als später einen Arzt aufsuchen, um schlimmeres zu verhindern.

Wie kann man am besten vorbeugen?

Das beste Mittel, um einem Bandscheibenvorfall oder anderen Schädigungen des Rückens vorzubeugen, ist ausreichende Bewegung. Entscheidend ist hierbei die Regelmäßigkeit. Es ist zwar schön, wenn man sich einmal aufraffen kann, eine Stunde durch den Wald zu walken, jedoch ist vor allem kontinuierliches Training sowie eine gesunde Lebensweise relevant für einen gesunden Körper, denn auch Übergewicht kann eine schwerwiegende Ursache für einen Bandscheibenvorfall darstellen. Es sind außerdem oft Kleinigkeiten im Alltag, die den Unterschied zwischen einem gesunden und einem geschädigten Rücken ausmachen. Beispielsweise sitzen viele falsch. Wichtig für die richtige Sitzhaltung ist, dass Arme und Beine jeweils einen rechten Winkel bilden und die gesamte Sitzfläche ausgenutzt wird. Auch die Rückenlehne sollte benutzt werden, um den Rücken in eine möglichst gerade Position zu bringen. Auch eine regelmäßige Veränderung der Sitzposition ist wichtig, da sie für eine Entlastung der Wirbelsäule sorgt. Es ist durchaus sinnvoll, zwischendurch mal aufzustehen und sich einen Kaffee zu holen oder verschiedene Arbeiten im Stehen zu erledigen. Hier finden Sie eine sehr gute Checkliste und weitere Informationen zur Entlastung der Wirbelsäule am Arbeitsplatz. Ein Grund für einen akuten Bandscheibenvorfall kann eine plötzliche Überbelastung durch falsches Heben sein. Der häufigste Fehler liegt darin, dass viele Leute beim Heben schwerer Lasten nicht in die Knie gehen und so die Rückenmuskulatur belasten, anstatt die Beinmuskulatur die Arbeit erledigen zu lassen. Die Last sollte außerdem mit beiden Händen getragen werden, um einseitige Belastungen zu vermeiden.

Was ist eigentlich ein Bandscheibenvorfall?

Bei einer Bandscheibe handelt es sich um einen gallertartigen Puffer zwischen den Wirbelkörpern mit einer Hülle aus Knorpel, der dort als Stoßdämpfer fungiert. Bei altersbedingtem Verschleiß wird dieser Gallertpuffer porös und die Hülle kann reißen. Dieser Zustand erhöht die Gefahr, dass die Gallertmasse austritt und auf das Rückenmark oder eine Nervenwurzel drückt. Dies verursacht die schmerzhaften Symptome. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen die Nerven verschont bleiben. Diese Vorfälle sind schmerzlos, verursachen keine Ausfallerscheinungen und müssen daher auch nicht behandelt werden. Man unterscheidet zwischen medialem, lateralem und mediolateralem Bandscheibenvorfall, je nachdem an welcher Stelle und in welche Richtung der Gallertkern austritt. Des weiteren kann ein Bandscheibenvorfall an drei verschiedenen Stellen der Wirbelsäule auftreten: an der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule sowie der Lendenwirbelsäule, wobei die Lendenwirbelsäule am häufigsten betroffen ist. Wer sich im Netz informieren oder mit Gleichgesinnten austauschen möchte kann dies beispielsweise auf diesem Portal für Betroffene eines Bandscheibenvorfalls tun.

Welche Arten von Symptomen gibt es?

Liegt der Fall vor, dass der ausgetretene Gallertkern auf Nervenpartien drückt, gibt es verschiedene Symptomatiken, je nachdem, welche Region der Wirbelsäule betroffen ist. Im Bereich der Lendenwirbelsäule stellen sich heftige Rückenschmerzen ein. Ist auch der Ischiasnerv betroffen, strahlen die Schmerzen zusätzlich in Beine und/oder Gesäß aus. Bei einem Vorfall im Bereich der Halswirbelsäule fühlt der Betroffene starke Nackenschmerzen, die ebenfalls in den Arm, den Hinterkopf oder die Hände ausstrahlen können. Im seltenen Fall eines Bandscheibenvorfalls in der Brustwirbelsäule verspürt der Patient Schmerzen im Brustbereich, die auch in den Brustkorb ausstrahlen können. In jedem der drei Fälle kann es zu sogenannten neurologischen Ausfällen kommen, die sich zum Beispiel in Form von Taubheit oder Kribbeln bis hin zu Sensibilitätsverlust äußern können.

Bandscheiben-Operation ja oder nein? Wie geht es nach dem Vorfall weiter?

Bei der Entscheidung, ob operiert wird, steht grundsätzlich das Ziel vor Augen, dass sich der Patient wieder beschwerdefrei bewegen kann. In ca. 90% der Fälle reicht hierbei eine sogenannte konservative Therapie aus Schmerzmitteln (in besonders schweren Fällen auch Kortison oder eine örtliche Betäubung), Wärme und Physiotherapie aus, um wieder auf die Beine zu kommen. Im Normalfall ist eine solche Therapie nach ca. 6 bis 8 Wochen abgeschlossen. Verspürt der Patient nach dieser Zeit keine Verbesserung oder sogar eine Verschlimmerung der Schmerzen wird doch eine Operation notwendig, ebenso im Falle von auftretenden Lähmungserscheinungen. Eine konservative Behandlung, sprich die Behandlung ohne Operation, schließt sich jedoch bei einigen Symptomen aus. Siehe dazu den Absatz „Wann ist eine konservative Bandscheibenvorfall-Behandlung nicht möglich?“ unseres Physiotherapie-Experten Jens Weber.

Darf ich nach einem Bandscheibenvorfall wieder Sport treiben?

Auf diese Frage lautet die klare Antwort: Ja. Allerdings sollte man Sportarten meiden, die die Wirbelsäule stauchen können, wie Reiten oder Skifahren. Auch Sportarten, die die Wirbelsäule überstrecken oder einseitig belasten wie Badminton, Tennis oder auch Bowling, sind an dieser Stelle ungeeignet. Sehr empfehlenswert sind dagegen Yoga, Pilates, leichte Gymnastik oder auch Ausdauersportarten wie Rückenschwimmen, Wandern oder Nordic Walking, um wieder in Bewegung zu kommen. Generell sollte jeder Patient vorsichtig selber ausprobieren, welche Sportart für einen gesunden Neuanfang die richtige ist, da jeder andere Interessen und Ansprüche an sich selbst hat. Das Wichtigste ist, es sich zuzutrauen und den ersten Schritt zu wagen.

* Bildquelle: © highwaystarz – Fotolia.com

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