Babyschwimmen – spielerisch das Element Wasser entdecken


Gesundes Babyschwimmen - apotheken-wissen.de

Gesundes Babyschwimmen *

Erst einmal sei betont: das Wort Babyschwimmen ist eigentlich irreführend, denn Schwimmen lernen Babys in diesem Alter noch nicht. Es handelt sich vielmehr um eine Eltern-Kind-Gymnastik im Wasser, die Eltern und Babys Freude bereitet und das Kind spielerisch an das Wasser gewöhnen soll.

Babyschwimmen ist kein neumodischer Trend, sondern wird seit jeher in den verschiedensten Ländern angewandt. Es war für die Mütter in den unterschiedlichsten Kulturen schon immer selbstverständlich, mit ihren Babys über die Körperreinigung hinaus in natürlichen Gewässern zu plantschen und ihnen hier das Element Wasser näher zu bringen. Erst in den 70er Jahren begannen Pädagogen und Sportwissenschaftler, sich für das Thema Babyschwimmen zu interessieren.

Welche Vorteile bringt das Babyschwimmen?

Durch die Bewegung im Wasser wird die Grob- und Feinmotorik des Kindes gefördert. In der Bauchlage wird die Muskulatur gestärkt und das Strampeln im Wasser regt die Durchblutung und den Kreislauf an. Gleichzeitig wird durch die Temperaturunterschiede von Wasser und Luft das Immunsystem gestärkt und der Wasserdruck trainiert die Atemmuskulatur. Durch die gemeinsame Aktivität mit anderen Müttern und Babys kann das Kind hier schon mal erste soziale Kontakte knüpfen. Da sich das Kind im Wasser viel einfacher bewegen kann und müheloser sein Ziel erreicht wird hierbei neben dem Gleichgewichtssinn auch das Selbstvertrauen gestärkt und durch die interessanten neuen Eindrücke, Spiegelungen und Gerüche des Wassers werden die verschiedenen Sinne des Babys angeregt.

Aufgrund des engen Körperkontaktes während der gesamten Zeit handelt es sich vor allem um eine Schmusestunde für Mutter/Vater und Kind, die zusätzlich die Verbindung zwischen beiden oder allen dreien fördert.

Für welches Alter ist das Babyschwimmen geeignet und worauf sollte man achten?

Man kann ab dem dritten Lebensmonat mit dem Babyschwimmen beginnen, je nach Entwicklungsstand des Babys auch später. Ideal sind Schwimmkurse, bei denen Schwimmprofis den Eltern die richtigen Griffe beibringen. Hier sollte das Wasser eine Temperatur von 32/33 Grad Celsius haben. Bei Wassertemperaturen unter 29 Grad sollte das Kind auf jeden Fall älter, als 6 Monate sein. Sind vor dem Babyschwimmen ältere Kinder im Wasser, sollte darauf geachtet werden, dass nach dem Duschen zuallererst die Eltern mit den Babys ins Wasser gehen und dann die Älteren das Becken verlassen, um zu verhindern, dass die Babys zu sehr auskühlen.

Wichtig ist es, gerade am Anfang nicht zu lange im Wasser zu bleiben. Man sollte zuerst vorsichtig mit 10 Minuten anfangen und dies dann nach und nach auf bis zu 45 Minuten ausweiten.

Oberstes Gebot ist: Sobald die Lippen zittern, die Haut eine marmorierte Färbung annimmt oder das Kind weint ist es Zeit, das Becken zu verlassen, das Kind warm abzuduschen, auch, um das Chlor abzuwaschen, und dann möglichst schnell abzurubbeln und anzuziehen.

Was sollte man immer dabei haben?

Eine Schwimmwindel gehört im Schwimmbad immer zum guten Ton, damit kleine oder große Bescherungen nicht im Wasser landen. Ein Handtuch, am besten mit Kapuze, darf nicht fehlen, um die Kleinen nach der Anstrengung gut einzukuscheln. Da „Sport“ nicht nur müde, sondern auch hungrig macht, sollte man ein warmes Fläschchen und bei den größeren auch immer einen Snack dabei haben. Die Wickeltasche kommt ja sowieso immer mit. Spielzeug und Schwimmflügel fürs Wasser werden von den jeweiligen Kursleitern zur Verfügung gestellt.

Was passiert in einem Babyschwimmkurs?

Beim Babyschwimmkurs werden die Kinder spielerisch an das Wasser und auch die realen Umstände in einem belebten Schwimmbad gewöhnt, oft in Verbindung mit Musik. Es werden Lieder gesungen und dabei gespritzt, geplatscht und geblubbert. Man schwimmt unter Mattentunneln durch, wird von oben mit Wasser begossen und lernt, auf schwimmenden Objekten zu sitzen, zu krabbeln und später auch zu laufen. Bei Größeren kommt dann später noch das Tauchen und das Springen vom Rand dazu.

Die Babys lernen, dass sie durch Bewegung im Wasser weiter kommen und üben somit schwimmähnliche Bewegungen. Sie lernen, unter Wasser den Atem anzuhalten, größere Babys können den natürlichen Atemreflex wieder antrainieren, wenn sie ihn bereits verloren haben. Es wird außerdem geübt, feste Gegenstände zu greifen und später, am Beckenrand hoch zu klettern.

Richtiges Schwimmen lernen die Kinder erst im Kindergartenalter. Studien haben jedoch gezeigt, dass Kinder, die im Babyalter einen Babyschwimmkurs besucht haben, schneller Schwimmen lernen, als ihre Artgenossen.

Eines sollte jedoch bei allem Nutzen nicht aus den Augen verloren werden: der Spaß. Es ist toll, zu sehen, wie Babys jauchzen und sich freuen, wenn sie durch das Wasser gezogen werden und das glitzernde Nass sehen und spüren. Viele können davon gar nicht genug bekommen. Man muss es jedoch genauso beachten und respektieren, wenn die Kinder deutlich die Lust verlieren und protestieren. Auf gar keinen Fall sollte man ein Kind unter allen Umständen zwingen, noch einen Kurs mitzumachen. Im besten Fall stellt sich die Lust später wieder ein, wenn das Kind etwas älter ist.

* Bildquelle: detailblick-foto – Fotolia.com

Pin It

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie die Rechenaufgabe: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.