Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung – Höchste Zeit zu handeln


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Im Fall einer Schwangerschaftsvergiftung ist schnellstmögliches Handeln vonnöten *

Sie beginnt meist harmlos in Form von Wassereinlagerung in den Beinen oder erhöhtem Blutdruck, kann jedoch zu einer lebensgefährlichen Bedrohung für die Mutter und das ungeborene Kind werden: eine Schwangerschaftsvergiftung, auch Gestose genannt. Diese Form der Erkrankung tritt meist im letzten Drittel einer Schwangerschaft auf und ist in dieser Zeit bis zur Entbindung nicht zu beheben. Meist haben die Ärzte lediglich die Option, Mutter und Kind während dieser Zeit besonders aufmerksam, ggf. sogar stationär zu behandeln, nach der Entbindung verschwinden die Symptome erfahrungsgemäß von alleine wieder.

Übelkeit und Arten der Schwangerschaftsvergiftung

Was viele nicht wissen: auch die Übelkeit bis zur zwölften Schwangerschaftswoche ist oft auf eine leichte Schwangerschaftsvergiftung, die sogenannte Frühgestose zurück zu führen. Während diese jedoch meist nach der zwölften Woche verschwindet, ohne Schaden anzurichten, handelt es sich um die Spätgestose um eine sehr schwerwiegende Erkrankung, die so früh wie möglich behandelt werden muss um zu verhindern, dass das Leben von Mutter und ungeborenem Kind in ernsthafte Gefahr gerät.

Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung, Diagnose

Die drei wichtigsten Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung im letzten Drittel sind die Hauptsymptome Bluthochdruck, Eiweißausscheidungen im Urin und Ödeme (Ansammlungen von wässriger Flüssigkeit im Körpergewebe). In dieser Phase der Schwangerschaft sollte man niemals warten, ob noch ein zweites Symptom dazu kommt, sondern bei jedem dieser Anzeichen schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen damit dieser im Idealfall noch rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Es gibt verschiedene Schweregrade einer Spätgestose, die zu Komplikationen wie Hirnödemen, akutem Nierenversagen, Thrombosen oder auch schweren Krampfanfällen führen können.

Eine erste Diagnose einer Schwangerschaftsvergiftung kann der Arzt nach einem Urinschnelltest erhalten, der üblicherweise auch zu jeder Vorsorgeuntersuchung gehört. Einen Hinweis auf die Schwere der Gestose liefert dagegen nur eine zusätzliche Blutuntersuchung. Eine wirkliche Chance auf eine Früherkennung besteht daher eigentlich nur, wenn die Termine zur Vorsorgeuntersuchungen penibel genau eingehalten werden. Dies sollte jedoch für jede schwangere Frau, allein schon zum Schutz des ungeborenen Kindes, eine Selbstverständlichkeit darstellen.

Maßnahmen nach bestätigten Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung

Wurde die Diagnose Schwangerschaftsvergiftung eindeutig bestätigt, ist schnellstmögliches Handeln vonnöten. Da die Erkrankung im Verlauf der Schwangerschaft nicht heilbar ist, muss nun der Arzt entscheiden, wie weiter vorgegangen wird bzw. inwiefern eine stationäre oder ambulante Behandlung und  Beobachtung erfolgen soll.

Eine Option stellt ebenfalls eine eventuelle vorzeitige Entbindung des Kindes, meist durch einen Kaiserschnitt dar. Erstes Ziel in diesem Fall ist es, zu verhindern, dass sich eine lebensbedrohliche Eklampsie bildet, diese stellt die schwerste aller Formen der Schwangerschaftsvergiftung dar und kann bei Mutter und Kind sogar zum Tod führen. Liegt ein dauerhaft erhöhter Blutdruck vor, gilt vor allem strenge Bettruhe, eventuell eine Freistellung von der Arbeit, die Vermeidung jeglicher Stresssituationen und ggf. die Einnahme blutdrucksenkender Medikamente. Im Allgemeinen wird eine ausgewogene und salzhaltige Ernährung mit ausreichend Eiweißprodukten empfohlen.

Wie geht es nach der Geburt weiter?

In der Regel verschwinden die Symptome nach der Geburt wieder und die frischgebackene Mutter kann sich ganz ihrem Nachwuchs bzw. ihrer Erholung widmen. Sie sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass nach einer überstandenen Schwangerschaftsvergiftung weiterhin eine erhöhte Gefahr von Bluthochdruck besteht. Auch erhöht sich das Risiko einer erneuten Gestose im Verlauf einer nächsten Schwangerschaft. Es kann also vorkommen, dass der Blutdruck nach der Geburt noch einmal drastisch in die Höhe schnellt. In einem ausführlichen Gespräch wird der behandelnde Arzt mit der frischgebackenen Mutter die weiteren Schritte sowie die empfohlenen Verhaltensweisen besprechen, damit sie sich so schnell wie möglich erholen und ihrer Familie zuwenden kann.

Kann man einer Schwangerschaftsvergiftung vorbeugen?

Die beste und wichtigste Form der Vorbeugung stellt immer noch das regelmäßige und gewissenhafte Wahrnehmen der entsprechenden Vorsorgetermine wahr. Dies sollte jede werdende Mutter jedoch automatisch selbstverständlich auf dem Schirm haben. Im Rahmen dieser Untersuchung können zwei der drei Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung (Eiweiß im Urin und Bluthochdruck) schnell und sicher ermittelt werden. Jede Schwangere, die vor den Untersuchungen mit einem Plastikbecher auf der Toilette verschwinden musste, kann sich wahrscheinlich denken, wie dieses von statten geht.

Eine weitere wichtige Komponente in der Vorsorge stellt eine gesunde und ausgewogene Ernährung dar, die nach Experten viele eiweiß- und salzhaltige Lebensmittel wie Käse, Eier, Milch, Nüsse, Fisch und auch Hülsenfrüchte enthält. Auch Kohlehydrate sollten Schwangere in ausreichender Form zu sich nehmen.

Um Bluthochdruck zu vermeiden ist Schonung ebenfalls einer der wichtigsten Punkte. Aufregung und Stress sollten weitgehend ausgeblendet und genügend Ruhephasen eingelegt werden. Hierbei sind auch die Partner gefragt, schließlich sorgt beispielsweise ein schönes Frühstück dafür, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und die Partnerin mit Entspannung und Leckereien zu verwöhnen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, die Nummer des Arztes des Vertrauens immer auf der Kurzwahltaste zu haben, schließlich schaffen auch Beschwerden und damit verbundene Ängste eine Stresssituation, der man durch ein Beratungsgespräch schnell und effektiv entgegen wirken kann.

* Bildquelle: Unsplash / pixabay.com

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